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Kreis Wesel: Häfen-Gutachter fordern Tempo

VON FRITZ SCHUBERT - zuletzt aktualisiert: 10.02.2012

Kreis Wesel (RP). Die Experten Heinz Schollmeier und Kurt Diekmann kommen jeder für sich zu dem Schluss, dass die neue Hafengesellschaft bis Sommer laufen muss. Mit Emmelsum, Rhein-Lippe und auch dem Weseler Stadthafen.

Die Wirtschaft brumm. Für Fracht-Umschlag werden enorme Steigerungen erwartet. Die Häfen im Kreis Wesel können dabei sein, wenn sie schnell unter ein Dach finden und professionell geführt starke Partner finden.  Foto:  ekkehart malz
Die Wirtschaft brumm. Für Fracht-Umschlag werden enorme Steigerungen erwartet. Die Häfen im Kreis Wesel können dabei sein, wenn sie schnell unter ein Dach finden und professionell geführt starke Partner finden. Foto: ekkehart malz

Präsentations-Marathon für Heinz Schollmeier und Kurt Diekmann: Erst stellten die beiden unabhängig voneinander vom Kreis (Schollmeier) und von der Stadt Wesel (Diekmann) beauftragten Gutachter gestern im Weseler Rathaus ihre Ergebnisse vor. dann ging es nach Voerde und schließlich wieder zurück nach Wesel ins Kreishaus.

Kernaussage: Die neue Hafengesellschaft sollte schnellstmöglich an den Start gehen, denn Interessenten wollen nicht mehr lange darauf warten. Diekmann sagt, dass "jeder Tag ohne klare Entscheidungen und damit operative Handlungsmöglichkeiten ein verlorener Tag" ist.

Mit Neuss/Krefeld im Gespräch

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Kein "Mischbetrieb"

Gutachter Kurt Diekmann sagt unter anderem, dass die neue Gesellschaft keinen eigenständigen Umschlag betreiben sollte, wie es im Duisburger "Mischbetrieb" geschehe. DuisPort mache angesiedelten Firmen Konkurrenz.

Das könnte geradezu abschreckend auf die gewollte Ansiedlung großer Logistik-Unternehmen wie Kühne & Nagel, DB Schenker, Rhenus oder Danzas wirken.

Aus den nichtöffentlichen Präsentationen vor Spitzen aus Politik und Verwaltung berichtete unter anderem Wesels Bürgermeisterin Westkamp, dass beide Gutachter, jeder für sich, zu einheitlichen Auffassungen über wesentliche Punkte gelangt seien. Neben einem flotten Umsetzen der Gründung im zweiten Quartal empfehlen die Experten eine schnelle Suche nach Partnern.

Und sie nennen ein Beispiel, seien mit dem Hafenverbund Neuss-Krefeld doch schon Gespräche geführt worden. Das schließt Kontakte zu anderen nicht aus, doch ist es bemerkenswert, dass beide Gutachter Neuss/Krefeld erwähnen, wo die Anlagen noch in diesem Jahr an ihre Grenzen stoßen. Parallel zum Gründungsprozess solle die Partnersuche vorangetrieben werden.

Neue Aspekte tun sich in Sachen Geschäftsführung auf. So gibt es den Vorschlag einer Interimslösung zur Begleitung der Gründungsphase für ein Jahr. Parallel könne ein Hafen-Profi gesucht werden, der auch vom späteren Partner mitgebracht werden könne.

Neben den Häfen Emmelsum und Rhein-Lippe soll der Weseler Stadthafen von Anfang an dabei sein, Orsoy dem Verbund später beitreten können. Interessant für Westkamp war die Feststellung, dass Wesels Hafen, dessen Kaimauer teuer saniert werden muss, jetzt schon eine schwarze Null schreibt, und gutes Entwicklungspotenzial bescheinigt bekam. Zur Kaimauer bemerkte sie, dass es auch für Emmelsum Finanzierungsfragen gebe. Für die Erweiterung müsse Gelände gekauft und aufgeschüttet werden. Die Stadt Voerde sieht nach dem gestern Gehörten Handlungsbedarf bei der Stadt und dem Kreis Wesel.

Während Wesels Politik sich erst heute äußern möchte, meldete sich Holger Mrosek, Sprecher der Grünen im Voerder Rat mit bekannter Kritik seiner Partei: Die Gutachten brächten nichts Neues, seien Geld- und Zeitverschwendung. Auf Kreisebene stellte Dr. Hans-Georg Schmitz, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion fest, dass die Gutachter sich reingekniet hätten und es gut sei, dass nun endlich gearbeitet werden könne. Von der Verwaltung erwarte er, dass sie über jeden Schritt umfassend informiert.

Quelle: RP/rl


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