Wesel: Hansefest-Fazit: fast perfekt
VON FRITZ SCHUBERT - zuletzt aktualisiert: 30.10.2007Wesel (RPO). Wetter, Atmosphäre und Organisation passten prächtig. Alle Akteure des Trubels zum Hanse-Geburtstag zogen gestern eine positive Bilanz. Festakt, Shantytreffen und Umzug waren ebenso gelungen wie Hansemeile und Handwerkermarkt. Und die Rathaus-Freunde spüren einen Schub.
Sonntag noch in edler Robe auf stolzem Ross bejubelt, gestern in Regenzeug und Arbeitshandschuhen aufräumend. Aber kein bisschen traurig. „Schwein gehabt“, sagt Ludwig Maritzen. Mit seinen Mitstreitern von der Hansegilde hatte er am Wochenende für tolle Glanzpunkte wie Umzug und Handwerkermarkt gesorgt. „Nah am Wahnsinn“, beschreibt Maritzen die Aktionen, für die er extra eineinhalb Wochen Urlaub genommen hat. Doch es gibt Lob von allen Seiten. Und das freut ihn.
In zwei Stunden drei Steine
Von vielen positiven Reaktionen, gerade zum Umzug, berichtete gestern auch Dagmar Ewert-Kruse, die das Drumherum am Sonntag auf dem Markt gar nicht wahrnehmen konnte, weil sie mit dem Ablauf der Grundsteinlegung voll beschäftigt war. „Absolut glücklich und dem lieben Gott dankbar“ war die Frontfrau der Rathaus-Freunde schon wegen des Wetters. Denn so konnte auf Zelte verzichtet werden, was 20 000 Euro einsparen half. Das entspricht der Turmabdeckung außen und innen. Mehr als eine Kreuzblume, nämlich rund 4000 Euro, hätte es zudem gekostet, wenn die Zeremonie für die hinteren Reihen auf dem rammelvollen Markt per Video und Leinwand sichtbar gemacht worden wäre.
Kleine Mankos
In der Manöverkritik gab es kaum Negatives. Dagmar Ewert-Kruse sagte, dass der Bläserkreis besser auf der Bühne als draußen im Kalten hätte sitzen sollen. Ludwig Maritzen fand es schade, dass Facing the Past am Ende nicht mehr so viel Publikum hatte.
„Deshalb hat Prof. Dr. Wolfgang Deurer das Verschließen des Steins ja auch so fachkundig per Mikro reportiert“, sagte Ewert-Kruse. Der Preis: die hinteren Zuschauerreihen lichteten sich rasch, weil’s nichts zu sehen gab. Ewert-Kruse konnte gestern binnen zwei Stunden drei weitere Steine für 2000 Euro verkaufen. Am Wochenende hatte auch die Partnerstadt Ketrzyn einen gestiftet. Karl-Heinz Ortlinghaus von der Weseler Partnerschaftsvereinigung freute sich über die kurzfristige private Unterbringung der 28 polnischen Gäste, die mit Bürgermeister Krzyzstof Hecman an der Spitze ebenfalls für Farbtupfer sorgten. Ortlinghaus lobte ferner die starke Beteiligung aus Felixstowe und Salzwedel.
Zufrieden war Sandra Böhme vom städtischen Team. Nach 17 Jahren Sattelabstinenz hatte sie wie Maritzen, die Eheleute Steinhauf und Mitglieder des Reiterzugs „den besten Blick auf den Markt“ gehabt. Laut Böhme ist das Weseler Fest nach dem Internationalen Hansetag (2008 in Salzwedel) die größte Veranstaltung dieser Art auf deutschem Boden. Sie freute sich, dass Danzig da war, dass es neuen Gaststädten in Wesel gefallen hat und 2008 alle wiederkommen wollen.
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