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Wesel: Heftige Kritik am Rauchverbot

VON KLAUS NIKOLEI - zuletzt aktualisiert: 28.06.2012

Wesel (RP). Dass die Landesregierung das bislang geltende Rauchverbot ab 2013 drastisch verschärfen will, sorgt vor allem in der Gastronomie für Kritik. Aber auch Karnevalisten und Schützen geht der rigorose Gesetzentwurf zu weit.

Ein Rauchverbot bei Karnevalssitzungen wird dazu führen, dass Raucher zum Qualmen vor die Tür gehen – und dadurch die Veranstaltung stören.  Foto:  Archiv
Ein Rauchverbot bei Karnevalssitzungen wird dazu führen, dass Raucher zum Qualmen vor die Tür gehen – und dadurch die Veranstaltung stören. Foto: Archiv

Der von Rot-Grün in Düsseldorf verabschiedete Gesetzentwurf zum Nichtraucherschutz war gestern das beherrschende Thema. Denn dass ab Januar 2013 in Gaststätten, Kneipen und Restaurants, aber auch bei Großveranstaltungen in Hallen und Festzelten absolutes Rauchverbot ohne jede Ausnahme gelten soll, stößt bei Betroffenen auf Kritik.

"Ich denke, das strikte Rauchverbot wird bei Karnevalsveranstaltungen für reichlich Unruhe sorgen", sagt beispielsweise Stephan Klapdohr, Vize-Präsident des Carnevals-Ausschusses Wesel (CAW). Denn: "Die Raucher werden während der Sitzung einfach rausgehen, um sich eine Zigarette anzustecken." Klapdohr ("Wenn's passt, rauche ich gelegentlich auch, weil es mir Genuss bereitet") beklagt zudem, dass man in NRW dem bayerischen Beispiel hätte folgen und die Bürger nach ihrer Meinung fragen sollen. "Letztlich muss man aber sagen, dass eine einheitliche Regelung dafür sorgen wird, dass für alle die gleichen Bedingungen herrschen."

Info

Bußgelder steigen

Ordnungsämter sollen ab 2013 gegen Wirte und Organisatoren, die sich nicht an die Vorschriften halten, Bußgelder bis zur Höhe von 2500 Euro verhängen können.

Bislang waren 1000 Euro die Obergrenze.

"Verstoß gegen Grundgesetz"

Zu den größten Kritikern des absoluten Rauchverbots gehört der Hotel- und Gaststättenverband. Dessen Kreisvorsitzender Ullrich Langhoff, Chef des Weseler Restaurants Lippeschlösschen, wäre froh gewesen, wenn die liberale Regelung beibehalten worden wäre. "So aber werden Kneipen und Diskotheken Probleme bekommen", sagt Langhoff, der beklagt, dass Gastronomen durch das neue Gesetz "in ihrer gewerblichen Tätigkeit eingeschränkt werden und das vielleicht sogar gegen das Grundgesetz verstößt." Zudem sieht er Probleme auf die Ordnungsämter zukommen, das Verbot zu kontrollieren.

Wesels Ordnungsdezernent Klaus Schütz sieht der ganzen Sache gelassen entgegen. "Wir warten ab, welche Rolle den kommunalen Ordnungsbehörden zugedacht wird", sagt Schütz. Bislang gehe man nur Hinweisen von Bürgern nach und informiere Wirte über die aktuelle Rechtslage beim Raucherschutz. "Die Beschwerden halten sich aber sehr in Grenzen." Im Rathaus selbst gilt natürlich ein Rauchverbot. Mitarbeitern steht allerdings in der sechsten Etage ein Raucherraum zur Verfügung. Der wäre übrigens auch nach der Gesetzesänderung erlaubt.

Das strikte Rauchverbot wird auch Einfluss auf die vielen Schützenfeste im Lande haben, wo das Rauchen im Zelt für viele ganz selbstverständlich ist. "Das gehört zum Brauchtum einfach dazu", sagt Bruno Schumacher, ehemaliger Vorsitzender der Mehrhooger Bürgerschützen, die am Wochenende ihr Schützenfest feiern. "Die angedachte Regelung finde ich ein wenig übertrieben, denn bei schönem Wetter werden die Planen zu Seite gezogen, so dass immer frische Luft herrscht." Schumacher, der gut 30 Jahre geraucht und vor rund 20 Jahren damit aufgehört hat, geht davon aus, "dass die Leute sich an das Verbot gewöhnen werden und bald keiner mehr darüber redet."

 

Quelle: RP
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