Wesel: Heißer Draht zu Rewe: ,Drama’ für Blumenkamp
zuletzt aktualisiert: 27.03.2008Wesel (RPO). Mitten in die anhaltende Debatte um den Rewe-Umzug in Wesels Innenstadt platzte gestern die Nachricht vom bevorstehenden Aus für den Rewe-Frischemarkt in Blumenkamp. Wie Karl-Heinz Voss seinen Kunden mitgeteilt hat, gibt er sich nach einem Jahr Konkurrenz-Kampf mit dem Edeka-Markt Komp in Lackhausen geschlagen.
„Da wir die Hoffnung auf Besserung verloren haben, müssen wir Ihnen die für uns traurige Mitteilung machen, dass wir unser Geschäft voraussichtlich zum 30. April schließen müssen“, heißt es in einem Flugblatt an die Kunden. Mit dem Aus für Rewe in Blumenkamp droht hier auch die Postversorgung zu verschwinden. Die Postagentur ist Teil des Marktes.
Folgen weitere Geschäfte?
Unterdessen nutzen RP-Leser den Heißen Draht gestern, ihr Bedauern über die sich abzeichnende Versorgungslücke in Wesels City auszudrücken. Das teilt eine junge Blumenkamperin durchaus. Aber der Wohnort ihrer Familie sei nun komplett ohne Nahversorger. „Das halte ich noch für viel dramatischer“, sagte die RP-Leserin, die nun fürchtet, dass mit dem Abzug des Frischemarktes das Ladensterben im Stadtteil seinen Lauf nimmt.
Irmgard Kroll wohnt an der Franziskusstraße und bezeichnete den Rewe-Umzug in Wesel als „schweren Schlag“. Bislang sei sie mit vollen Taschen 500 Schritte vom Einkauf nach Hause gelaufen, jetzt wären es doppelt so viele. Zu viele, findet die RP-Leserin: „Ich werde wohl nicht mehr bei Rewe einkaufen, wo ich immer gut bedient worden bin“. Die Apollopasse werde „veröden.“
Andere wie Ute Kompenhaus aus der Doelenstraße haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass ein anderer Lebensmittelmarkt in die Lücke geht. „Ins Herz der Stadt gehört ein Lebensmittelmarkt. Wir können doch nicht von Handys allein leben.“ Rosmarie Krüsken aus Büderich regt für einen potenziellen Nachfolger an, die Gebühr für die Tiefgarage beim Einkauf zu verrechnen. „Der Anreiz würde den Standort noch lukrativer machen.“
Eine andere RP-Leserin schlägt Rewe vor, für ältere Leute pro Woche einen Taxi-Dienst zum neuen Markt anzubieten. Das sei besser als der Bring-Service. „Der Markt macht durch die Kunden doch schließlich Gewinn“, findet sie.
Thomas Hoppe machte einen ganz anderen Vorschlag. Diejenigen, die den Rewe-Umzug bedauerten, sollten einen Brief an SPD-Fraktionschef Ludger Hovest schreiben. Der habe schließlich einst Kaufland am Bahnhof verhindert und damit das heutige Dilemma heraufbeschworen.
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