Wesel: Hilfe für junge Migranten bei Stellensuche
zuletzt aktualisiert: 13.12.2007Wesel (RPO). Auf der Suche nach einer Lehrstelle haben es vor allem Jugendliche mit Migrationshintergrund besonders schwer. Deshalb organisiert der Weseler Integrationsrat in Zusammenarbeit mit der Dingdener Akademie Klausenhof am Montag, 17. Dezember, 15 bis 17 Uhr, in der Martini-Hauptschule eine Informationsveranstaltung zum Thema „Ohne Ausbildung hast du keine Chance“. Ausbildungsberater und Vertreter der Arbeitsagentur, der IHK Niederrhein, der Handwerkskammer und Polizei geben Tipps rund ums Thema Bewerbung und Lehre. Mit Bilgenur Güzeldere (43), der Vorsitzenden des Integrationsrates, sprach RP-Redakteur Klaus Nikolei
Woran liegt es, dass vor allem Jugendliche mit Migrationshintergrund so große Probleme bei der Lehrstellensuche haben?
Güzeldere Ich bin oft mit Schülern im Gespräch, die fehlende Chancengleichheit beklagen. Denn auch Schüler mit besseren Noten werden oft abgewiesen. In der Praxis gibt es viele Beispiele dafür. Und so kommt es, dass sich viele gar nicht erst bewerben, weil sie Angst haben, sowieso nicht genommen zu werden. Meist melden sich die jungen Migranten dann beim Berufskolleg an, um einen höheren Abschluss zu machen. Das ist meist ihr letzter Strohhalm.
In den Schulen gibt es Tipps zur Berufswahl, die Gesamtschule am Lauerhaas organisiert jährlich einen Ausbildungsmarkt, im Berufsinformationszentrum der Arbeitsagentur gibt es Hilfestellungen. Reicht das nicht?
Güzeldere Es wird wirklich schon viel getan, aber das genügt nicht. Künftig müssen Schulen, Lehrer, Eltern und die Politik noch intensiver zusammenarbeiten, um das Problem zu lösen.
Wenn man junge Leute nach ihren Berufswünschen fragt, zucken viele mit den Achseln.
Güzeldere Viele Jugendliche wollen Berufe mit Perspektive. Das Problem dabei ist, dass oft die schulischen Voraussetzungen fehlen, um in zukunftsträchtigen Berufen Fuß zu fassen. Deshalb wissen sie nicht weiter.
Kann Ihr „kleiner Ausbildungsmarkt“ wirklich helfen?
Güzeldere Natürlich reicht er nicht aus, aber er ist ein Anfang. Vielleicht ergibt sich für Schüler die Chance, Kontakte mit möglichen Ausbildungsbetrieben zu knüpfen. Es sind übrigens auch deutsche Schüler und Eltern eingeladen.
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