Wesel: Hochaltar liegt allen am Herzen
VON HANNE BUSCHMANN - zuletzt aktualisiert: 15.01.2007Wesel (RPO). Benefizveranstaltung für Restaurierung des Langenberg-Hochaltars: Niederrheinischer Abend im Bislicher Saal Pooth begeisterte Publikum mit hoch- und plattdeutschen Geschichten. Volksbank Rhein-Lippe spendete 5000 Euro.
Als Pfarrer Herbert Werth am Samstagabend in Bislich den Saal Pooth betrat, herrschte bereits dank der flotten Musik der Niederrhein-Musikanten eine tolle Stimmung. Die schlug noch höhere Wellen, als der Pastor freudig verkündete: „Die Volksbank Rhein-Lippe hat gestern einen Scheck über 5000 Euro überreicht für die Restaurierung und Wiederaufstellung des Langenberg-Hochaltars in unserer St. Johannes-Kirche.
Etwa 15000 Euro sind bis jetzt beisammen. Aus allen Gemeindebezirken sind heute Gäste hier. Das zeigt, dass der Hochaltar allen am Herzen liegt und die große Gemeinde zusammenwächst.“ Tosender Applaus.
15 000 Euro sind da
Das vorläufige Ergebnis des Niederrheinischen Abends betrug mehr als 2000 Euro.
Gegen eine ungenannte Spende spielten die Musikanten die Löffelpolka.
Die Restaurierung und Aufstellung des Altars wird 70- bis 80 000 Euro kosten. Bis jetzt sind 15 000 Euro da.
Leute kauften kräftig Lose
Der „Niederrheinische Abend“, eine bunte Mischung aus hoch- und plattdeutschen Geschichten und Liedern mit einem typischen Grünkohl- und Mettwurstessen dazu war eine Benefizveranstaltung für den Hochaltar. Da war alles selbst erdacht, organisiert und professionell inszeniert von Gemeindegruppen und dem Mundartkreis. Andreas Michelbrink hatte seine Musikanten auf hohen Touren, Ludger Amerkamp moderierte zügig und witzig.
Das Publikum im voll besetzten Saal kam aus dem Lachen und Klatschen gar nicht heraus. Und es kaufte Lose für die Tombola, die von Banken, Firmen, Geschäfts- und Privatleuten sehr gut bestückt war. Pastor Werth versprach Absolution, falls die Bierchen mal zu reichlich konsumiert werden sollten. Alles für jenen guten Zweck.
Ursula Bruns als geplagte Hausfrau und ehrfürchtige Kirchgängerin kriegte am Sonntagmorgen kaum alle Arbeiten auf die Reihe und die Gedanken in die rechte Ordnung. In der Kirche gab’s doch zu viel Ablenkung, wenn sie die anderen Bislicher beobachtete. Da kamen in ihrem hervorragend gereimten Gedicht namentlich „echt“ genannte Bürger und der Pastor vor, immer freundlich ins Licht gesetzt. Fazit: In Köln bauen sie seit Jahrhunderte am Dom, Bislich schafft das in Monaten.
„De Weselaner“ Heinrich Reginald Anschütz trug plattdeutsche Dönekes vor; Frau Jansen nervt mit gespielter Begriffsstutzigkeit ihre Nachbarin so lange, bis diese ihr Ballebäuskes kauft (Luise Obbeck und Luise Kresken). „Die alten Schachteln“ Inge Lange und Hanneliese Donner träumten von Männern; Ilse Kühnen erzählte als kinderreiche Frau Ida, wie man so dran kommt; mit Erbsen im Schuh pilgerten Margret Schweers und Angelika Hußmann nach Kevelaer. Die Lose zum Abräumen der Tombola zogen Pfarrer Werth und Pater Erasmus.
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