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Wesel: Hülskens investiert in Hafen

VON FRITZ SCHUBERT - zuletzt aktualisiert: 25.10.2011

Wesel (RP). Mitten in der Diskussion um die Häfenkooperation stellt Hülskens in Wesels Becken eine eigene Spundwand fertig. 2,3 Millionen Euro ist dem Unternehmen der Lückenschluss wert. Stadtwerke können nahtlos anbauen.

Jörg Hüting aus der Geschäftsführung erläuterte das Vorhaben. Foto:
Jörg Hüting aus der Geschäftsführung erläuterte das Vorhaben. Foto:

Während die Stadt und der Kreis Wesel nach hitziger Debatte mit jeweils eigenen Gutachtern nun die bisherigen Untersuchungen für eine Häfenkooperation prüfen lassen, schafft die Kiesfirma Hülskens da Fakten, wo es am meisten kneift: im Weseler Hafen.

Das Traditionsunternehmen mit Kerngeschäft Kies und Sand hat vor der eigenen Haustür eine neue 92-Meter-Spundwand gebaut. Die Arbeiten zum Verfüllen eines ehemaligen Hafenbeckens liegen in den letzten Zügen. 2,3 Millionen Euro investiert Hülskens so in sein "Tor zur Welt", wie Jörg Hüting aus der Geschäftsführung sagt. Denn von Wesel aus fährt Hülskens Elbe, Weser und Oberrhein an. Die Abteilung Wasserbau gar die Donau.

"Columbuskaje" befestigt

Info

Das Unternehmen

Zum Hülskens-Firmenverband gehören insgesamt 16 Betriebe an Elbe, Rhein und Maas.

Am Niederrhein sind es neun: drei Vorlandbagger, zwei Kieswerke mit Schiffsbeladung und vier Kieswerke mit Lkw-Beladung.

Der Firmenverband beschäftigt insgesamt rund 750 Menschen.

Im Kerngeschäft Kies und Sand sind es 300.

Am Standort Wesel mit mehr als 100-jähriger Geschichte zählt das Unternehmen Hülskens etwa 400 Mitarbeiter.

Die Hülskens-Investition mildert zwar nicht den Zehn-Millionen-Aufwand, den die Stadtwerke zur Sanierung ihrer Anlagen betreiben müssten. Aber auch Stadtwerke-Chef Franz Michelbrink sieht den Lückenschluss positiv.

Denn wenn Wesel den Zankapfel in den Häfen-Verhandlungen, seine marode Kaimauer, anpackt, dann kann unmittelbar an die "Columbuskaje"(hülskens-interner Spitzname in Anlehnung an die berühmte Anlage in Bremerhaven) angeschlossen werden.

Hülskens, wie die Stadtwerke Pächter des Kaimauer-Grundstücks, ging in Abstimmung mit der Bundeswasserstraßenverwaltung den einfachsten Weg und setzte die neue Spundwand etwa einen Meter vor die alte. "Wir hätten alles so lassen können", sagt Hüting zu der Fläche, in deren Untergrund durch Ausspülungen schon einiges in Bewegung gekommen war. "Aber nun ist das Gelände gesichert und befestigt. Jetzt können wir es wenigsten nutzen."

Die Arbeiten zum Verfüllen des ehemaligen Hafenbeckens liegen in den letzten Zügen. Bald kann das Traditionsunternehmen Hülskens die Anlegemöglichkeiten vor seiner Haustür voll nutzen. Foto:

Anleger mit Kranbahn

Das Vorhaben umfasst neben der Befestigung gegen ein weiteres Abrutschen und dem Bau der neuen Spundwand auch die Entwässerung und Pflasterung der Fläche sowie den Bau einer Kranbahn. Das Kiesunternehmen Hülskens unterhält hier unter anderem eine Werkstatt. In der hatte es am Freitagnachmittag nach Wartungsarbeiten an der Ölheizung bekanntlich gebrannt (RP berichtete).

Die von Hülskens im Tagesgeschäft eingesetzten Schiffe, Geräte und Maschinen, so Jörg Hüting, sind wartungsintensiv. Da kommen verbesserte Lademöglichkeiten vor der Haustür gerade recht. Überdies sei Wesel nun mal der Heimathafen für das Haus, das sich für den Stadthafen eine Zukunft im Konzert mit den anderen Häfen des Kreises Wesel wünscht.

Wesels Hafen könne in einer Hafengesellschaft eine Rolle spielen, "die über die Historie hinausgeht". Und dass die Kies- und Sand-Spezialisten auch eine Wasserbaufirma haben, verschweigt Hüting mit Blick auf den Sanierungszwang der öffentlichen Hand nicht: "Wir leben von so was."

Foto
Gut sichtbar ist hier, wie die neue Spundwand vorgesetzt wurde. Foto:
Quelle: RP


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