Wesel: Integrationsrat: Überflüssig ?
zuletzt aktualisiert: 07.06.2007Wesel (RPO). Das hat’s noch nicht gegeben: Von den acht Mitgliedern des Integrationsrates mit Migrationshintergrund waren jetzt lediglich zwei (Vorsitzende Belgenur Güzeldere und Cihan Sarica) zur Sitzung im Rathaus erschienen, der Beirat dadurch nicht mehr beschlussfähig. Dabei wurde über das hochinteressante Thema der Probleme von ausländischen Jugendlichen bei der Suche nach Lehrstellen diskutiert.
Um das Thema intensiv zu beleuchten und Lösungsvorschläge aufzuzeigen, war Dr. Peter Glück, der neue Leiter der Weseler Arbeitsagentur, zur jüngsten Sitzung des Integrationsrates geladen worden, um die Situation in Wesel darzustellen.
Die Abwesenheit der sechs Integrationsratsmitglieder brachte Peter Berns (FDP), eins der sechs erschienen Mitglieder, in Rage. „Wir brauchen Multiplikatoren, um das Thema Ausbildung bei den Migranten populär zu machen. Und genau diese Leute sind diesmal nicht da. Das ärgert mich maßlos und ich sehe schwarz für die Zukunft.“
„Deutsche bevorzugt“ – „Protest!“
Glück machte deutlich, dass die Quote der ausländischen Lehrstellenbewerber in Wesel mit 7,5 kaum höher ist als die Prozentzahl der deutschen Schüler, die auf dem Lehrstellenmarkt bislang erfolglos nach einem Ausbildungsplatz gesucht haben. Allerdings: „Die Dunkelziffer ist hoch. Wir wissen von vielen jungen Männern mit Migrationshintergrund, dass sie sich eher um einen Job bemühen und wenig Interesse an einer Ausbildung haben.“ Cihan Saricas machte vor allem die Schulen dafür verantwortlich, dass junge Ausländer kaum Chancen auf dem Lehrstellenmarkt hätten. „Deutsche werden klar bevorzugt. In den Schulen muss sich dringend etwas ändern.“ Eine Äußerung, die Marlies Hillefeld (Grüne) so nicht stehenlassen wollte. „In unserer Holzwegschule wird jedes Kind mit Migrationshintergrund, das auch nur im entferntesten zeigt, dass es will, ohne Unterschied gefördert.“
Bürgermeisterin Ulrike Westkamp („Wir müssen alle an dem Thema weiterarbeiten“) richtete einen Appell an alle Unternehmer, deutsche wie ausländische, über Bedarf auszubilden. Denn: „In fünf Jahren werden die Firmen händeringend nach Leuten suchen. Ich könnte jetzt schon die Artikel schreiben, die dann zu diesem Thema erscheinen werden“, so Westkamp. (Kommentar)
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