Niederrhein: Jagdfrevel: Behörden ermitteln gegen Waidmann
VON STEFAN GILSBACH - zuletzt aktualisiert: 14.10.2008Niederrhein (RPO). Nach einer illegalen Nutria-Jagd an der Niers ermitteln die zuständigen Kreisbehörden nun in einem weiteren Fall von Verstößen gegen Jagd- und Tierschutzgesetze in Kevelaer.
Unter Verdacht steht dabei derselbe Jäger, dem vorgeworfen wird, Nutrias mit verbotenen Fallen und ohne Genehmigung gejagt und erschossen zu haben. Der neue Vorwurf: Der Jäger soll in einem Kevelaerer Revier Fasanen zu Jagdzwecken ausgesetzt haben, obwohl dies seit dem 1. Juni streng verboten ist. „Eine entsprechende Anzeige ist vor einigen Tagen eingegangen“, bestätigte Kreis-Sprecher Eduard Großkämper.
Kisten im Maisfeld
Die Hinweise kommen, wie schon im Falle der Nutria-Jagd, vom Ehepaar Ursula und Georg Keuck aus Wetten. Der Ehemann hatte Anfang September beobachtet, wie der fragliche Jäger gemeinsam mit einer anderen Person zwei Kisten von einem Kleintransporter in ein Maisfeld stellte. Als Keuck später Gelegenheit hatte, die Kisten näher in Augenschein zu nehmen, stellte er fest, dass sie „vollgepackt mit Fasanenhähnen“ waren.
Die Vermutung liege nahe, dass die restlichen Kisten im Transporter „in gleicher Weise über die Reviere verteilt wurden“, erklärt Keuck. Ende September beobachteten die Eheleute eine weitere Aussetzaktion: „An mindestens sechs Stellen konnten wir entweder Vogeltransportkisten oder größere Gruppen Fasanenhähne feststellen.“
Die Jagdsaison auf Fasane beginnt jetzt. „Sie dauert vom 16. Oktober bis 15. Januar“, erläutert Andreas Schneider, Sprecher des NRW-Landesjagdverbandes. Kurz vor dieser Zeit noch Fasane auszusetzen, widerspreche waidmännischen Regeln. Denn nur, wenn die Tiere vor dem 1. Juni ausgesetzt würden, entwickelten sie bis zur Jagdsaison ein natürliches Fluchtverhalten. Wer beim Aussetzen im Herbst ertappt werde, müsse unter Umständen tief in die Tasche greifen. „Das kann ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro bedeuten.“
Sollte sich der Verdacht nun erhärten, dürfte auf den Jäger Ärger zukommen. Die zahlreichen Vorwürfe gegen ihn würden derzeit von den Behörden koordiniert, erklärt Großkämper. Es sei nicht ausgeschlossen, dass es nicht mehr um Ordnungswidrigkeiten gehe, sondern um Straftatbestände.
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