Wesel: Kampf gegen den Spinner
VON KLAUS NIKOLEI - zuletzt aktualisiert: 05.05.2009Wesel (RPO). Bevor Raupen des Eichenprozessionsspinners die für Menschen gefährlichen Härchen entwickeln, werden sie vom Betrieb ASG mit einer Hochdruckspritze bekämpft. An der Wurmflakstraße sprüht ein Helikopter das Bio-Insektizid.
Wenn in diesen Tagen der kornblumenblaue Traktor des ASG mit dem gelben Tank-Hochdruckspritzenanhänger durch Obrighoven fährt, freut das die meisten Anwohner. Denn sie wissen: Der städtische Betrieb hat den alljährlichen Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner wieder aufgenommen. Für mehr als 3000 Eichen an Straßen, in Parkanlagen, auf Friedhöfen, an Schulen und Kindergärten zeichnet ASG verantwortlich.
Vier Wochen im Dauereinsatz
"Und wir werden in den nächsten drei bis vier Wochen alles tun, um jeden einzelnen Baum mit einem biologischen Insektizid zu behandeln, um möglichst alle Spinner zu vernichten", sagt ASG-Baumkontrolleur Helmut Rath, der den Großeinsatz gegen die tückischen Raupen koordiniert.
Neben der 2008 für 14 500 Euro angeschafften Hochdruckspritze setzt ASG auf die Hilfe eines Hubschraubers. "Der sprüht das für Menschen völlig ungefährliche Mittel mit dem Wirkstoff Bacillus thuringiensies aus der Luft auf die Eichen an der Wurmflakstraße und im Bereich Feldstraße/Obrighovener Straße", sagt Rath.
Dass der Großeinsatz gerade jetzt startet, hat einen guten Grund. Denn noch haben die hellgrünen, mit schwarzen kleinen Haarbüscheln ausgestatteten Raupen erst zwei Häutungen hinter sich. "Nach der vierten entwickeln sich die feinen Härchen, die bei Kontakt zu Hautausschlägen, Schwellungen und Juckreiz führen können", weiß Raths Vorgesetzter Heinz-Georg Oberender. Wie schon bei der Premiere im vergangenen Jahr lenkt Maschinenführer Hermann Winkelmann (51) den ASG-Traktor. Gestern war er unter anderem im Bereich der RWE-Straße und am Hotel Hohe Mark unterwegs.
Mit satten 30 Bar Druck kommt das Spritzmittel (95 Prozent Wasser, fünf Prozent Insektizid Dipel ES) in einem rumdum schwenkbaren Kopfteil an, das einer Konfettikanone nicht unähnlich ist. Bis in die Kronen der knapp 30 Meter hohen Eichen wird die Mischung gesprüht. Feiner Nebel legt sich über das Grün der Bäume, das den Raupen als Nahrung dient. Das Gift wirkt im Darmtrakt der Schädlinge, so dass diese keine Nahrung mehr aufnehmen können. Die Spinner sterben nach kurzer Zeit ab.
Mit dieser Methode, davon geht ASG aus, können 95 Prozent der Population vernichtet werden. So jedenfalls war's letztes Jahr. Aber warum werden die Bäume erneut befallen? "Das", sagt Oberender, "liegt daran, dass der Falter im Radius von zehn Kilometern seine Eiablage betreibt." Solange nicht alle Kommunen gemeinsam gegen die Spinner vorgehen, wird der Kampf gegen die Raupen jedes Jahr neu starten. www.rp-online.de/wesel
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