Kreis Wesel: Kampfabstimmung in der SPD
VON FRITZ SCHUBERT - zuletzt aktualisiert: 03.09.2010Kreis Wesel (RPO). Knappes Rennen um den Vorsitz in der SPD-Kreistagsfraktion: Peter Kiehlmann aus Moers schlägt den Kamp-Lintforter Heinz-Günter Schmitz mit 12:11 und kritisiert Hubert Kück (Grüne) als "respektlos"
Knapper geht's nicht: Mit der hauchdünnen Mehrheit von einer Stimme setzte sich gestern Peter Kiehlmann im Rennen um den Vorsitz in der SPD-Kreistagsfraktion durch. Beim 12:11 gegen Heinz Günter Schmitz fehlte lediglich der erkrankte Wilfried Klein in der 24-köpfigen Fraktion. Sie war seit dem denkwürdigen Abstimmungsdebakel beim Etatbeschluss vor der Sommerpause ohne Chef. Hellmut Fischer hatte sich enttäuscht von seinen Ämtern und auch seinem Kreistagsmandat zurückgezogen. Kiehlmann und Mit-Stellvertreter Gerd Drüten hatten fortan die Leitung.
Vize-Posten: Wietheger unterliegt
Der Sozial-Experte
Peter Kiehlmann ist 54 Jahre alt und in Moers beheimatet. Als Mitarbeiter eines Altenheims der Arbeiterwohlfahrt kümmert er sich um den Kostenbereich.
Kiehlmann, seit 1994 Mitglied des Kreistags, gilt als Sozial-Experte.
Während Drüten Stellvertreter bleibt, musste für Kiehlmanns alten Posten nun Ersatz gefunden werden. Die Fraktion wählte Schmitz, der Karin Wietheger als Gegenkandidatin hatte. Nach RP-Informationen war abgestimmt, dass beide Vorsitz-Kandidaten im Falle der Niederlage für die Stellvertretung zur Verfügung stehen sollten. Nach langen Gesprächen mit Kiehlmann und Schmitz soll Dr. Hans-Ulrich Krüger, Vorsitzender der SPD-Kreispartei, keine Empfehlung abgegeben, sondern beide für geeignet gehalten haben.
Kiehlmann freute sich über die Wahl und nannte die neue Besetzung des Vorstandes gelungen. Er selbst stehe für die Themen Jugend, Soziales und Gesundheit, Schmitz für Haushalt, Umwelt und Planung und Drüten für Wirtschaftsförderung. "Wir ergänzen uns hervorragend", sagte Kiehlmann und sagte, dass er Schmitz schätze. Man habe schon in der vorletzten Wahlperiode gut zusammengearbeitet. Sich selbst bezeichnete er als Teamspieler und gab als Ziel aus, "wieder zu einer geschlossenen Fraktion zu kommen". Auf die Frage, ob er dieser auch Profil und Gewicht gegenüber der Verwaltungsspitze geben wolle, meinte Kiehlman, dass dies nicht im Widerspruch zu einer Zusammenarbeit mit dem Landrat stehen müsse.
"Hühnerhaufen"-Spruch ärgert
Ob und wie es in einem Bündnis mit Grünen und VWG weitergeht, ließ der Vorsitzende offen. "Klar und deutlich" indes wehrte sich Kiehlmann gegen Kritik des Grünen Hubert Kück, der die SPD als unverlässlichen "Hühnerhaufen" bezeichnet hatte (RP berichtete). "Respektlos. So geht man nicht mit einer Fraktion um", sagte er. "Das hat uns sehr geärgert und macht es uns schwer, wieder auf die Grünen zuzugehen." Die besagte Sitzung sei zwar chaotisch gewesen, doch betrachte er das als Ausnahme. In Sachfragen werde man sicher zusammenarbeiten, auch ohne offizielle Kooperation. Schwer würde der nächste Etat, den die SPD nicht wieder ohne Fachberatung in Ausschüssen angehen wolle.
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