Wesel: Karneval mit Herzblut
VON MARTHA AGETHEN - zuletzt aktualisiert: 08.02.2010Wesel (RPO). Über 500 Jecken erlebten die große Kolping-Sitzung in der Niederrheinhalle. Mit umtriebigen Eigengewächsen, ausgezeichneten Gästen und einem bestens aufgelegten Präsidenten punktete die Prunksitzung.
Na endlich! Nach fünf Jahren Pause wieder Dirk Elfgen bei der Kolping-Familie. Als er am Ende der dichten, mit Höhepunkten gespickten 63. Karnevalssitzung mit seinem unverwüstlichen Drive nochmals alle Stimmungsregister zog, taumelten 510 Fans stehend, singend und schwofend schon dem Morgen entgegen. Non-Stop ging es durch muntermachende Stimmungsknaller wie "Hey Baby" und " Skandal im Sperrbezirk" mitten hinein ins große Udo-Jürgens-Finale. Das bunte Narrenvolk vereinte sich zur endlosen Polonaise durch die Niederrheinhalle. Erst um eins gingen die Lichter auf der Bühne aus. Doch zu den Klängen von "Taktvoll" wurde noch lange weitergefeiert.
Urgesteine
Umgeben von Prinzengarde und einem bunten Ossenberger Karnevalsvölkchen galt es, die unverwüstlichen Urgesteine des Kolpinghumors Karl Greil, Irmgard Remfort und Heinrich Brincks für 60 Jahre Einsatz zu ehren.
Stimmung von Beginn an prächtig
Da hängt Herzblut dran, wenn sich beim Kolping-Karneval brave Kirchgänger in tobende Schafe, schwofende Hasen oder hüpfende Spinnen verwandeln. Mit umtriebigen Eigengewächsen und ausgezeichneten Gästen punktete die Prunksitzung. Jürgen Göbeler gab den allerbest aufgelegten Elferratspräsidenten aller Kolping-Zeiten.
Die Stimmung gedieh von Beginn an prächtig. Die Fliegengewichte der weiß-blauen Funkenmariechen Erkelenz ließen sich von ihren strammen Offizieren durch die Luft wirbeln. Als Hans Dampf in allen Gassen erwies sich Stimmungskanone "Willi Fröhlich", der direkt aus dem Sauerland im Eiltempo zur Bühne raste, um seine "Sauerlandposaune" , einen umgedrehten Notenständer, herzuzeigen. "Sitz!" kommandierte erst mal den Elferrat auf die Plätze. Dann stakste der Musikakrobat mit dem "Nordisch-Walking-Hupafon" umher und machte sich nach einem gewagten Spagat kleinlaut in der neuen Disziplin Nordisch-Robbing von der Bühne. Das Publikum lachte Tränen.
Eine tolle Vorlage für Kinderprinzessin Melina I. und ihren Liebsten Yannick I., der "gern baut und renoviert und darum Rentner werden will." Als die Showtänzer der Kindertanzgarde schließlich wie eine bunte Meute von Grünlingen von der Bühne rauschten, lockte die Band mit "Chimchimeri" Schornsteinfeger Christoph Brincks an – wie stets mit den brisantesten Lokalthemen des Jahres. Ungeteilte Aufmerksamkeit war ihm sicher, als er nach dem Motto "Oh Weihnachtsbaum, wie grün sind deine Blätter" einen Design-Versuch für den Drahtkäfig am Großen Markt startete – mittels einer hinein platzierten hellblauen Dixi-Toilette.
Das Männerballett verpackte seine "begnadeten Körper" diesmal in prächtig anzuschauende Clownkostüme. "Mitten drin statt nur dabei" zog die Gruppe "Stimmung mit Kölsche und Weseler Tön" auf. Ein dicker Riesenteddy, der sein Inkognito nicht lüften mochte, stahl dabei allen die Show. Gastsängerin Sylvia Martens besang die Männer im Saal "Je älter, je süßer!"
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




