Wesel: Kaum ein Fahrer ist zu schnell
VON CORNELIA KRSAK - zuletzt aktualisiert: 11.02.2012Wesel (RP). "NRW-Blitz-Marathon": An mehreren mobilen Kontrollstellen in Wesel hatte die Polizei gestern bei eisigen Temperaturen kaum etwas zu tun. Fast alle Autofahrer hielten sich an Tempolimits. Zwölf Knöllchen verteilt.
Eisiger Wind fegt über die B 473 zwischen Hamminkeln und Wesel. Die Temperatur liegt bei sechs Grad unter Null. Gefühlt sind es mindestens zehn Grad minus. In dicken Parkas trotzen die Beamten der Kreispolizei Wesel der Kälte beim 24-Stunden-Blitzer-Marathon, den NRW-Innenminister Ralf Jäger angekündigt hat.
Polizeikommissarin Julia Gülicher ist um ihre flauschige Fellmütze zu beneiden. Die anfangs von vielen Polizisten kritisch beäugte Wintermütze leistet bei diesem Wetter gute Dienste. "Die ist toll", findet Gülicher. Im normalen Dienstalltag ist die Polizistin mit dem Streifenwagen unterwegs. Am großen Blitzertag unterstützt sie die Kollegen vom Verkehrsdienst.
Drei Sünder bis 15 Uhr
Innerhalb der ersten neun Stunden des "Blitz-Marathons" fuhren an den knapp 20 Messstationen der Polizei im Kreisgebiet rund 5000 Autos und Lkw vorbei.
An den vier Kontrollstellen in Wesel waren es 1200.
Lediglich ein Dutzend Fahrer waren zu schnell unterwegs. Rekord auf der B 473: 93, wo 70 erlaubt ist. Folge: eine Anzeige.
Es geht nicht ums Kassieren
Die Kelle kommt selten zum Einsatz. Der Verkehr fließt mit angepasster Geschwindigkeit vorbei. Ob es an den Vorankündigungen liegt oder daran, dass der Polizeiwagen schon von weitem zu sehen ist, bleibt offen. Bei der landesweiten Aktion geht es nicht in erster Linie darum, Bußgelder zu kassieren.
"Unser Ziel ist es, den Leuten begreiflich zu machen, dass die Geschwindigkeit eine große Rolle bei Verkehrsunfällen spielt. Wenn wir erreichen, dass die Unfallzahlen zurückgehen, haben wir unseren Zweck erfüllt", sagt Hauptkommissar Wolfgang Lohberg. Seit 5 Uhr in der Früh ist er mit seinem Team im Kreisgebiet unterwegs. 60 Beamte der Kreispolizei sowie 20 Mitarbeiter von Stadt und Kreis sind bei der Aktion im Einsatz.
Erste Station im Weseler Stadtgebiet war die 30er-Zone am Herzogenring. "In der ersten Stunde war nichts los. Dann wurden die Autofahrer mutiger. Spitzenreiter war ein Fahrer mit Tempo 51", berichtet Andrea Esergül. Mit dem Lasergerät behält die Polizistin den rollenden Verkehr fest im Blick.
"Die meisten Leute fahren umsichtig, auch aufgrund des Wetters", meint Verkehrsdienstleiter Bernd Störmer. Kurt-Kräcker-Straße und Wittenberger Straße (Fusternberg) waren gestern weitere Blitzer-Standorte im Stadtgebiet. Daneben führten die Beamten auch an unveröffentlichten Stellen Kontrollen durch. "Wir wechseln die Standorte, um uns einen Überblick über die Situation im Kreis zu verschaffen", erklärte Hauptkommissar Störmer. Die befürchteten technischen Probleme aufgrund des Frosts blieben aus. "Ich habe noch nie erlebt, dass ein Gerät eingefroren ist. Bei minus 15 Grad hört es dann aber auf", sagte Herbert Ickert, Leiter der Direktion Verkehr mit Sitz in Wesel.
Heute um 6 Uhr Schichtende
Heute Morgen um 6 Uhr war dann Schichtende beim Blitzer-Marathon. Insgesamt wurden Kontrollen an 1400 Stellen in ganz Nordrhein-Westfalen durchgeführt.
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