Schermbeck: Kein Geld fürs Modellprojekt
VON JULIA NAKÖTTER - zuletzt aktualisiert: 18.05.2010Schermbeck (RPO). Haushaltssperre: Der Bundeszuschuss für die energetische Sanierung der Dreifach-Sporthalle an der Erler Straße wurde gekippt. Die Verwaltung hofft, dass die Fördermittel 2011 fließen. Etat soll im Oktober verabschiedet werden.
Es ist das zweite große Sanierungsprojekt neben dem Hallenbad, das angesichts der Haushaltssicherung die Köpfe in Verwaltung und Politik schon seit Monaten rauchen lässt: die über 30 Jahre alte Dreifach-Sporthalle. Und nun scheint das Modellprojekt zum Millionenprojekt zu werden. Seit wenigen Tagen steht fest: Der erwartete Zuschuss vom Bundesumweltministerium bleibt zumindest vorerst aus. Der Grund: eine Art Haushaltssperre für Fördermittel auf Bundesebene. "Der Zuschuss in Höhe von 60 Prozent für die Sanierung der Halle ist gekippt worden", sagt Bürgermeister Ernst-Christoph Grüter. "Nun müssen wir schauen, was mit den bescheidenen Mitteln der Gemeinde umgesetzt werden kann." Laut Gutachten kostet die Sanierung 1,9 Millionen Euro. Fließen Fördermittel, würden 754 000 Euro für die Gemeinde übrigbleiben.
Energiekosten senken
Die Energiekosten für die Dreifach-Sporthalle an der Erler Straße könnten von derzeit 47 000 Euro pro Jahr auf knapp 15 000 Euro gesenkt werden, wenn saniert werden würde. Bisher wurde eine Wärmeleitung von der Gesamtschule zum benachbarten Gebäude verlegt. Zudem wurden die Lampen im Innern der Halle modernisiert.
Gespräch mit Badverein
Die energetische Sanierung der Dreifach-Sporthalle gilt als Vorzeigeprojekt. Ziel ist es, bis zu 70 Prozent CO2 einzusparen. Ein Konzept wurde bereits erarbeitet, dafür gab es einen Zuschuss in Höhe von 80 Prozent vom Bund. Im Dezember stellte Planer Sebastian Lach vom Architektur- und Energiebüro Pohlkamp die Liste der Mängel vor – angefangen bei undichten Fenstern und Korrosionsschäden an der Fassade, über eine nicht ballwurfsichere Decke bis hin zu einer Lüftung, die Frischluft von außen ansaugt und auf bis 45 Grad erhitzt, um sie dann in die Halle zu pusten.
Einiges müsse dringend saniert werden, anderes könne wiederum warten, lautet Grüters Urteil, nachdem nun klar ist, dass in diesem Jahr kein Geld fließen wird. "Wir hoffen, dass es sich nur zeitlich verschiebt und wir 2011 einen Bescheid erhalten", sagt der Verwaltungschef. Bis dahin müsse überlegt werden, ob und welche Arbeiten starten können, "ohne dass wir uns die Möglichkeit der Fördermittel gänzlich verbauen."
Innerhalb der Haushaltsberatungen soll nun ein Vorschlag erarbeitet werden. Auch in der interfraktionellen Etatrunde ist die Sanierung der Sporthalle ein Thema. "Anfang Juni wird es ein weiteres Treffen mit den Fraktionsvertretern geben", berichtet der Bürgermeister. Man wolle sich noch Zeit nehmen, um alle Sparvorschläge zu beraten. Der Etat soll voraussichtlich erst im Oktober verabschiedet werden.
In die Rettung des Hallenbades kommt dagegen bereits Bewegung. Grüter und der Vorstand des neuen Wassersportvereins haben in der nächsten Woche einen Gesprächstermin. Mit der Verwaltung will der Verein über die Trägerschaft des Hallenbads sowie mögliche Zuschüsse aus der Gemeindekasse verhandeln.
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