Wesel: Kleiderspenden für Pakistan
VON KLAUS NIKOLEI - zuletzt aktualisiert: 20.08.2010Wesel (RPO). Shaista Nayani, die 1999 als 18-Jährige aus Pakistan zu ihrem Mann nach Wesel kam, möchte den von der Flutkatastrophe Betroffenen in ihrer Heimat helfen. Vom 25. bis 30. August sammelt sie Kleiderspenden.
Shaista Nayani (29) aus Wesel hat in den letzten Tagen schlecht geschlafen. Die Nachrichten über die Flutkatastrophe in ihrem Heimatland Pakistan, von der nach aktuellen Schätzungen bis zu 20 Millionen Menschen betroffen sein sollen, lassen die Mutter von drei Kindern nicht ruhen.
"Angesichts der schrecklichen Bilder und des Leids der Menschen muss man einfach helfen." Und sie weiß auch schon wie: Ab Mitte nächster Woche sammelt Shaista Nayani, deren Mann die Pizzeria Monte Christo an der Poppelbaumstraße in der Innenstadt betreibt, Kleiderspenden. Benötigt werden in Umzugskartons verpackte saubere und ordentliche Kleidung (keine kurzen Röcke), Decken, Schuhe und Handtücher (siehe Info).
Abgabetermine
Die in Umzugskartons verpackten Kleiderspenden nimmt Shaista Nayani vom 25. bis 30. August, täglich von 17 bis 20 Uhr, in der Poppelbaumstraße 12 an.
Kontakt Telefon 0281 30355
Morgen am Unicef-Stand
"Die Kartons werde ich in unserer Wohnung vom 25. bis 30. August sammeln und von einem Mitarbeiter nach Frankfurt zum Flughafen bringen lassen." Dort sollen Kleiderspenden aus ganz Deutschland von einer Maschine der Pakistan Airlines nach Islamabad geflogen und von dort in die Katastrophengebiete gebracht werden. Von ihrer Idee, in Wesel Geld zu sammeln und dieses direkt nach Pakistan zu schicken, hat Shaista Nayani mittlerweile Abstand genommen. "Ich denke, dass die Menschen wenig Vertrauen haben, wenn jemand privat Spenden sammelt."
Gleichwohl wird sie in ihrer Pizzeria ab dem Wochenende eine Spendenbox der Unicef-Gruppe Wesel aufstellen. Die präsentiert sich bekanntlich morgen von 9.30 bis 14 Uhr mit einem Stand am Kaufhof, um im Rahmen der Aktion "Sonnenstrahlen für Pakistans Kinder" Spenden zu sammeln. Shaista Nayani wird den fünf ehrenamtlichen Unicef-Mitarbeiterinnen um Leiterin Bettina Böhmer dabei als Gast behilflich sein.
"Die Spendenbereitschaft hat in den letzten Tagen deutlich zugenommen", freut sich Böhmer. Die bislang gesammelten Gelder hat sie auf das Konto der Bundesgeschäftsstelle nach Köln geschickt. Von dort werden die Spenden zum Büro nach New York weitergeleitet. "Für den längerfristigen Wiederaufbau wird das Geld dringend benötigt", weiß Bettina Böhmer. Sie und ihre engagierten Mitstreiter lassen sich auch durch Äußerungen nicht entmutigen, dass "die Hilfe sowieso nicht ankommt. Das sind faule Ausreden. Damit darf man sich nicht herausreden. Wir jedenfalls sind für jeden Spendeneuro dankbar."
Es sind übrigens nicht nur Hilfsorganisationen in den Flutgebieten tätig. Shaista Nayani weiß aus Telefonaten mit ihrer Familie, die in einem nicht betroffenen Landesteil lebt, "dass viele ihren Landsleuten helfen wollen. Vor allem jetzt im Ramadan. Denn ein Gebot von Gott ist, jedem zu helfen, gleich, welcher Religion er angehört."
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