Wesel: Kleine Schritte gegen Defizit
VON THOMAS HESSE - zuletzt aktualisiert: 03.09.2010Wesel (RPO). Rheinbad, Heubergbad und Bislichbad: Aufsichtsrat debattiert Gutachten. Es wird an mehreren Kostenschrauben gedreht. Personaleinsatz, Öffnungszeiten und Gastronomie stehen zuerst auf Prüfstand. Eintrittspreise bleiben stabil.
Mit der Ankündigung, 800 000 Euro in die Sanierung des Heubergbads stecken zu müssen, hatte Bäder-Chef Franz Michelbrink die sparende Politik aufgeschreckt. Nun wurde das heiße Thema auf gutachterliche und grundsätzliche Basis gestellt. Was die Altenburg Unternehmensberatung, Nummer eines unter den Bäder-Beratern, herausfand, wurde nun dem Aufsichtsrat vorgelegt. Untersucht wurden Rhein-, Heuberg- und Bislichbad insgesamt.
Ergebnis: ein abgestuftes Maßnahmenpaket, das eine Politik der kleinen Schritte darstellt, an mehreren Kosten-Stellschrauben dreht und noch beschlossen werden muss. Ziel ist es, dass 1,23-Millionen-Defizit (2009) der Bäder trotz mehr Personal- und Energiekosten zu begrenzen und die Eintrittspreise zu halten. Die gelten zwar als branchenüblich, sind aber auch am Limit.
August ein Ausfall
Die 55 000-Besucher-Marke wie 2009 war das Limit, dass sich die Bäder GmbH in dieser Saison gesetzt hatte. 48 666 zahlende Besucher wurden es. Grund: Der August war ein Ausfall.
Was nicht geht: Die Überdachung des Rheinbads, von der FDP ins Spiel gebracht, macht wegen der hohen Investition keinen Sinn ebenso wie ein Neubau als Ersatz fürs Heubergbad.
Was geht: Der Personaleinsatz wird optimiert, Leute werden für mehrere Tätigkeiten ausgebildet und eingesetzt. Das, so Michelbrink, müsse sozialverträglich geschehen. Die Öffnungszeiten am Heuberg und im Rheinbad sollen in schwach ausgelasteten Zeiten verringert werden: 14,5 Stunden in der Woche am Heuberg, 25 Stunden in der Rheinbad-Nebensaison, fünf in der Hauptsaison.
Auch wetterbedingte tageweise Schließung ist im Vorschlagstopf. Michelbrink. "das wäre ein Eingriff ins Angebot, da muss die Politik sagen, was sie will." Im Heuberg wird schrittweise saniert, in den Herbstferien gibt's neue Duschen im Obergeschoss.
Die Preispolitik: Die Eintrittspreise bleiben – nicht so ganz. Aber die Abendkarte für Bad und Sauna (aus Sicht der Gutachter in der Verbindung mit der Wertkarte doppelt subventioniert) soll wegfallen, ebenso der Frühschwimmer-Tarif.
Die Gastronomie: Sie ist defizitär, aber unverzichtbar. Angepasste Öffnungszeiten und mehr Wirtschaftlichkeit stehen auf dem Plan. Verpachtung ist eine Option.
Mittel- und langfristige Optionen: Konsequente Wechselöffnung – Heuberg von September bis Mitte Mai, Rheinbad Mitte Mai bis August – wird angestrebt. Heute sind sie teils parallel offen. Problem: Das Rheinbad ist sportlich zu nutzen, das Heubergbad mit Abtrennungen oft nicht. Schwimmer wissen das. Die Zahl der Besucher am Heuberg sinkt jedenfalls. Bislichbad soll attraktiver werden, hier gibt's zu wenig öffentliche Besucher. Der Gutachter empfiehlt langfristig die Schließung. Michelbrink: "Wir sehen das anders." rp-online.de/wesel
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