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Wesel: Klimawandel birgt Chancen

VON KLAUS NIKOLEI - zuletzt aktualisiert: 09.10.2009

Wesel (RPO). ARD-Wetterexperte und Eselorden-Träger Sven Plöger begeisterte 400 Zuhörer mit seinem Vortrag über den Klimawandel. Er verbindet Information mit Unterhaltung. Und: Jeder kann etwas gegen CO2-Belastung tun.

Auf Einladung von Verbands-Sparkassen-Chef Friedrich-Wilhelm Häfemeier (r.), Ansgar Borgmann (Heizung, Klima, Sanitär) und Theo Mülder (l., Firma Erdbohr), sprach Sven Plöger (2.v.l.) im Parkettsaal der Niederrheinhalle über den Klimawandel.   Foto: RPO
Auf Einladung von Verbands-Sparkassen-Chef Friedrich-Wilhelm Häfemeier (r.), Ansgar Borgmann (Heizung, Klima, Sanitär) und Theo Mülder (l., Firma Erdbohr), sprach Sven Plöger (2.v.l.) im Parkettsaal der Niederrheinhalle über den Klimawandel. Foto: RPO

Millionen kennen Sven Plöger als charmanten Wettermann aus dem Kachelmann-Team, der im Ersten kurz vor der Tagesschau oder im Anschluss an die Tagesthemen über das "Wetter von morgen" informiert. Gestoppte 2:19 Minuten lang. 400 Besucher im ausverkauften Parkettsaal der Niederrheinhalle kamen Mittwochabend in den Genuss, den aus St. Augustin bei Bonn stammenden Diplom-Meteorologen und Eselorden-Träger bei einem höchst unterhaltsamen und informativen Vortrag rund um das Wetter und den Klimawandel live zu erleben. Das Motto des Abends lautete wie der Titel seines neuen Buches: "Gute Aussichten für Morgen – Wie wir den Klimawandel für uns nutzen können".

Weniger Schnee, mehr Wärme

Wie schon bei seinem letzten Besuch in Wesel bestätigte Plöger die weit verbreitete Einschätzung, dass es früher mehr geschneit habe. "Das ist tatsächlich so, weil es einfach wärmer geworden ist." Dass extreme Wetterlagen nichts Ungewöhnliches sind, zeigte der in der Schweiz und Ulm lebende Plöger während einer Diashow. Bei den Älteren wurden Erinnerungen wach an den Schneewinter 1978/79 oder das Hagelunwetter von München im Juni 1984. Unvergessen auch die Orkane "Lothar" (Weihnachten 1999) und "Kyrill" (18. Januar 2007). "Alle haben wir damals gesagt, das ist nicht normal. Tatsächlich werden extreme Wetterlagen künftig weiter zunehmen", so Plöger. Er berichtete von Berechnungen, wonach die Temperatur in den nächsten 100 Jahren weltweit um zwei bis vier Grad steigen wird, nachdem sie in den vergangenen 11 000 Jahren lediglich um 4,5 Grad geklettert ist. "Es kommt nicht auf die absoluten Temperaturen, sondern auf die Geschwindigkeit an. Diese Zunahme sind die Auswirkungen von 30 Milliarden Tonnen CO2, die wir jährlich in die Atmosphäre schicken." Weil CO2 ein unsichtbares und geruchsloses Gas sei, tue sich die Menschheit mit dem Handeln so schwer. Deshalb, fordert Plöger, sei Klimabildung nötig. Der nicht mehr aufzuhaltende Klimawandel wird nach seiner Überzeugung dauerhaft zu einer "Hitzebelastung" führen. Die Winter werden nasser, die Sommer 30 Prozent trockener. Und: "Man muss mit mehr Starkregen und Hagel rechnen." Um den CO2-Ausstoß dauerhaft zu senken ("Die Gas- und Ölreserven sind endlich. Täglich werden 13,8 Milliarden Liter Öl verbraucht") plädiert Plöger für einen Mix aus Sonnen- und anderen regenerativen Energien, in einer Übergangsphase auch kombiniert mit Atomstrom.

Aber auch im Kleinen kann jeder einen Betrag zum Klimaschutz leisten: Abgesehen von Investitionen in Solar, alternative Heizsysteme und Dämmung rät Plöger unter anderem dazu, die Raumtemperatur zu senken und keine spritschluckenden Geländewagen zu kaufen. Lang anhaltender Beifall.

Quelle: RP

 
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