Schermbeck: Komp trotzt der Krise und stellt ein
VON BERNFRIED PAUS - zuletzt aktualisiert: 12.03.2009Schermbeck (RPO). Die Mehrhooger Frischemärkte GmbH setzt ihren erfolgreichen Wachstumskurs fort. Vom Personalbedarf profitieren auch arbeitslose Menschen, die in einem für den Arbeitsmarkt kritischen Alter sind. Zwei Positiv-Beispiele: Petra Hanzen (45) und Michael Benteler (51).
Wenn's den Unternehmen gut geht, haben auch die Beschäftigten was davon. Der Satz Lebenserfahrung will zu dieser krisenhaften Zeit nicht so recht passen. Doch er stimmt. Der Komp Frischmärkte GmbH in Mehrhoog geht es gut. Verdammt gut sogar. Das hat jetzt zwei arbeitslosen Menschen einen Job beschert, obwohl sie in einem für den Arbeitsmarkt kritischen Alter sind. Petra Hanzen (45) aus Flüren, alleinerziehende Mutter eines Sohnes, ist seit Jahresbeginn verantwortlich für die Molkerei-Produkt-Palette im Kühlregal des Stamm-Marktes in Mehrhoog. Seit November ist Michael Benteler (51) aus Hünxe Marktleiter im boomenden Komp-Markt in Lackhausen. Für Dr. Peter Glück, Leiter der Arbeitsagentur für Arbeit in Wesel, zwei Positiv-Beispiele in schwierigen Arbeitsmarktzeiten, wie er mit Blick auf die "Gute Nachricht" in der RP gestern sagte.
Klein angefangen
Klaus Komp hat 1950 in Mehrhoog auf 12 Quadratmetern an der Bahnhofstraße 106 den Grundstein fürs Unternehmen gelegt, das heute 200 Menschen an drei modernen Edeka-Standorten beschäftigt.
Stärkster Markt ist inzwischen der in Lackhausen, wo sich eine Hundertschaft sehr erfolgreich um Kunden bemüht.
Das Qualitätsmanagement wird überregional anerkannt. 2008 wurde Stammsitz Mehrhoog "Supermarkt des Jahres".
Agentur als Dienstleister
Geschäftsführerin Nina Komp hatte Ende Januar gegen den aktuellen Trend in der RP gesagt: "Wir stellen noch ein." Kein leeres Versprechen. "Wir bilden zwar kräftig aus", ergänzte gestern ihr Bruder Sven Komp, "aber wir wachsen im zweistelligen Bereich und müssen daher ständig qualifiziertes Personal einstellen." Die Agentur für Arbeit unterstützt die Firma dabei nach Kräften, wie Dr. Glück betonte. Seine Agentur suche nicht nur den engen Kontakt zum Unternehmen, sondern gewähre bei Bedarf für einen Übergang auch Lohnkostenzuschüsse. Komp ist "sehr zufrieden" mit der Dienstleistung der Behörde. Sehr zufrieden ist auch die gelernte Schuhverkäuferin Petra Hanzen, die nach neunjähriger Erziehungspause und unzähligen Mini-Jobs "endlich wieder auf Steuerkarte" arbeiten kann – und bei Komp ganz glücklich ist, weil das Betriebsklima stimmt und ihr der unmittelbare Kontakt zu den Kunden gefällt. Ins anspruchsvolle Qualitätsprofil des Unternehmens passt auch Führungskraft Benteler, auch wenn er sich von der "Großfläche" bei Marktkauf auf neue Bedingungen einstellen muss. "Eine Herausforderung, die Spaß macht", sagte der Vize-Chef, der seit November im modernsten Komp-Markt in Lackhausen Dienst tut, wo inzwischen rund 100 Leute beschäftigt sind. Bentelers Erfahrung im Umgang mit Mitarbeitern wiege schwerer als sein relativ fortgeschrittenes Alter, findet Sven Komp, der sich in einer Probezeit von den Qualitäten des Neuen überzeugt hat. Keine leichte Übung. Denn für Komp ist personelle Kompetenz zentraler Faktor für den Erfolg, in die das Unternehmen ständig und kräftig investiert.
Überzeugt hat den Unternehmer auch die Investition in den "Risiko-Standort" Lackhausen. Die zahlt sich aus. 2008 gab's ein Umsatzplus von 27 Prozent, aktuell Jahr liegt der Super-Markt mit rund zehn Prozent Zuwachs "voll im Soll".
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