Schermbeck: Kreis: Konzept ist gute Basis
VON GERD HEIMING - zuletzt aktualisiert: 09.09.2006Schermbeck (RPO). Die lang erwartete Stellungnahme der Fachbehörde zum Verkehrsplan ist da. Das Papier stellt die Ideen von CDU und SPD nicht grundsätzlich in Frage, lässt in den Details aber Spielräume für Interpretationen.
So geht’s weiter
Der Schermbecker Rat befasst sich am Mittwoch, 20. September, nicht abschließend mit der Stellungnahme des Kreises.
Die Verwaltung schlägt vor, eine Detailplanung vorzubereiten, mit der Genehmigungsbehörde abzustimmen und dann das Verkehrskonzept dem Rat zur endgültigen Entscheidung vorzulegen.
„Ich kann feststellen, dass das vorgelegte Konzept eine gute Grundlage für die Optimierung der verkehrlichen Situation in Schermbeck darstellt.“ Diese Aussage zu den Plänen von CDU und SPD stellt Landrat Dr. Ansgar Müller der Stellungnahme des Kreises voran. Anschließend geht die Fachbehörde in die Details und formuliert etliche Anregungen und Bedenken zu dem Konzept. Sie gipfeln in der Empfehlung, das Einbahnstraßensystem mit Ausnahme der Mittelstraße zu überdenken und zunächst Erfahrungen in der Einkaufsmeile zu sammeln. Eine „stufenweise Umsetzung“ der Pläne hält der Kreis für eine „sinnvolle Alternative“ zu der Absicht von CDU und SPD, das Projekt aus einem Guss zu verwirklichen.
CDU gegen „Salamitaktik“
„Davon werden wir nicht abgehen“, bekräftigte CDU-Fraktionschef Klaus Schetter in einer ersten Reaktion im RP-Gespräch. Es dürfe „keine Salamitaktik“ geben. Die Einbahn-Regelung in der Mittelstraße und die Straße in der Wallgrabenzone gehörten zusammen, so Schetter. Zu der geplanten neuen Straße stellt der Kreis fest, dass ein verkehrsberuhigter Ausbau (Schritttempo) in Verbindung mit einer Einbahnstraße nicht möglich sei. Für eine Einbahnstraße seien eine drei Meter breite Fahrbahn und – als Hochbord – ein 2,50 Meter breiter Geh- und Radweg erforderlich. Dies sei „ein neuer Hinweis“, sagte Schetter, der bedacht werden müsse. Eine Wallgraben-Straße in zwei Richtungen würde sicherlich neue Kritik hervorrufen, so Schetter. Als nicht problematisch wertet er weitere Vorschläge des Kreises: bauliche Vorkehrungen, um die Einmündung der Landwehr (Einbahnstraße) auf die Mittelstraße zu entschärfen; Tempo-Bremsen (versetzt angeordnete Parkbuchten) bei einer Einbahnstraßen-Regelung zwischen Adolf-von-Kleve-Straße und Pöttekamp. Bestätigt sieht sich Schetter durch die Aussage des Kreises, die Marellenkämpe könne geöffnet werden. Bedingungen: straßenbauliche Veränderungen und Sperrung für Lkw-Verkehr. Während der Kreis noch davon spricht, die Schlenke in eine Richtung zu öffnen, betonte Schetter, das sei nicht mehr aktuell. „Die Zufahrt ins neue Baugebiet soll gegenläufig bleiben. „Wir wollen das zunächst beobachten.“
Der Kreis stellt klar: Einbahnstraßen gelten auch für Radler. Die Erlaubnis, in beide Richtungen zu radeln, werde entzogen, sobald es zu zwei Unfällen gekommen sei.
Schetters Fazit: „Wir müssen nicht einpacken.“ Er bewerte Müllers Aussage, das Konzept biete eine gute Grundlage, als positiv. Er verkenne aber nicht, dass die Stellungnahme auch andere Interpretationen zulasse. Die wird es geben.
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