Niederrhein: Kreiswehrersatzamt: Alter Chef im Ruhestand, neuer freut sich
VON KLAUS NIKOLEI - zuletzt aktualisiert: 01.07.2010Niederrhein (RPO). Zwölf Jahre und exakt vier Monate war Regierungsdirektor Helmut Schneider Leiter des für die Kreise Wesel, Kleve und die Stadt Oberhausen zuständigen Kreiswehrersatzamtes in Wesel.
Am Mittwoch wurde der gebürtige Aachener, der seit vielen Jahren mit seiner Frau in Voerde-Friedrichsfeld lebt, im Rahmen einer Feierstunde im Casino der Weseler Schill-Kaserne in den Ruhestand verabschiedet – wenige Tage vor seinem 65. Geburtstag.
Bei dieser Gelegenheit stellte sich auch gleich Schneiders Nachfolger, Regierungsdirektor Thomas Joemann (48), den rund 200 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Bundeswehr vor. Joemann, der noch bis Mitte August in Berlin im Einsatzführungsstab des Bundesverteidigungsministeriums tätig ist, freut sich sehr auf den heimatnahen Einsatz. Ist er doch in Haltern am See zu Hause, von wo er seit Jahren jede Woche in die Bundeshauptstadt pendelt.
Plädoyer für Wehrpflicht
Trotz der Diskussion über eine mögliche Abschaffung des Wehrdienstes in Zeiten leerer Staatskassen geht Joemann davon aus, dass er dauerhaft in Wesel bleiben wird. "Das sind doch alles nur Spekulationen. Ich jedenfalls freue mich sehr auf die neue Herausforderung", sagte der künftige Chef von 53 Mitarbeitern, die unter anderem täglich bis zu 40 junge Männer und interessierte Frauen auf ihre Tauglichkeit hin überprüfen.
Georg Stuke, Präsident der Wehrbereichsverwaltung West, hatte in seiner Ansprache erklärt, dass die Debatte um die denkbare Abschaffung des Wehrdienstes nicht "von der Haushaltslage des Landes bestimmt werden darf." Stuke betonte, dass die Wehrpflicht zur Sicherheit des Landes beitrage und wichtig sei zur Rekrutierung von Berufs- und Zeitsoldaten: "40 Prozent der länger dienenden Soldaten haben während ihrer Wehrdienstzeit den Beruf schätzen gelernt."
Schätzen gelernt haben die Mitarbeiter des Kreiswehrersatzamtes in knapp zwölfeinhalb Jahren auch ihren nun scheidenden Chef. Dessen herzliche Art und effektive Arbeitsweise wurde von allen Rednern gelobt. "Diese netten Worte tun gut", bedanke sich Schneider in seinem Schlusswort. Der 64-Jährige freut sich nun auf Reisen (in die Berge) und Radtouren (am Niederrhein), wird seine (noch berufstätige) Frau täglich bekochen und mehr Zeit für die kleine Enkelin Olivia haben. "Ich habe während meiner Zeit in Wesel viel Gutes erlebt, auch wenn uns strukturelle Veränderungen nicht erspart geblieben sind und wir vor sieben Jahren 22 Dienstposten verloren haben."
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