Hamminkeln: Krönung: Kaviar aus Dingden
VON GISELA BLAUZA-GRAF - zuletzt aktualisiert: 10.10.2006Hamminkeln (RPO). Hamminkelner Runde tafelte im Rittersaal von Schloss Ringenberg: Auftakt zur Gemeinschaftsaktion der örtlichen Gastronomen. Kulinarisches Gütesiegel für regionale Küche. Weitere Aktionen geplant.
Die „Hamminkelner Runde“ hat in Schloss Ringenberg ihren Einstand gegeben. Acht Gastronome der Stadt haben sich zusammengetan, ihre konkurrierenden Einzelinteressen hintenan gestellt und in einer bislang einmaligen Gemeinschaftsleistung zur „Ersten niederrheinischen Festtafel“ geladen. Unter dem Markenzeichen „Kulinarisches aus Hamminkeln“ bewiesen sie, dass die feine Küche nicht nur dann fein ist, wenn die Zutaten aus weit entfernten oder exotischen Gegenden stammen.
Sechs-Gänge-Menü
Die Speisekarte des Sechs-Gänge-Menüs – „Jeder hat das gemacht, was ihm liegt. Keiner steht dem anderen im Weg.“ – ließ einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. Obwohl oder gerade weil die Zutaten ausschließlich aus der Region stammten, mussten die Gäste weder auf Gaumenfreuden der besonderen Art noch auf Außergewöhnliches verzichten und machten sich dazu noch um die heimische Wirtschaft und den Umweltschutz verdient.
So gab es nach der heimischen Pflaume im Speckmantel geräucherte Forelle an Buchweizen-Gemüse-Rösti mit Kräuterquark als Vorspeise, kreiert aus in Dingden geerntetem Buchweizen, auch Niederrheinischer Kaviar genannt. Wildtaube und Rehrücken stammten ebenso aus der Region, wie der grüne Apfel fürs Sorbet, die Zutaten der mit Honig glasierten Ente, des Kürbisgemüses mit Walnusspesto, der Griesklößchen und der Leckereien zum Nachtisch. Selbst der Apfelsecco und der erfrischende Holunderblütensirup mit Mineralwasser und Minze entstanden hier.
Die „Hamminkelner Runde“ will Vorreiter sein. Das Gründeressen fand noch in relativ kleiner Runde statt. Jeder Gastwirt hatte lediglich zehn Karten zum Preis von 50 Euro anzubieten, die in kürzester Zeit ausverkauft waren. Einzige, geladene Ehrengäste: Bürgermeister Holger Schlierf und Ansgar van Clewe von der CDU-Mittelstandsvereinigung, die das Projekt angeschoben hatte. Später sind weitere Veranstaltungen geplant. Angedacht sind eine Kaffeetafel in der Dingdener Heide oder eine kulinarische Wanderstrecke, an der Erzeuger beteiligt werden sollen.
Maria Vierhaus, Stammgast im Lokal von Agnes Küpper in Dingden, schätzt die regionale Küche schon lange und lobt die Initiative. Und Christel Nienhaus, eine von 84 Gästen an den neun Tafelrunden, fand ihr nahrhaftes Geburtstagsgeschenk superlecker. Zwischen den Gängen gab‘s Gitarrenmusik, gespielt von Lou Dynia und Matthias Biermann, sowie poetische Berichte von den „kleinen Welten am Niederrhein“.
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