Wesel: Laien in der Kirche weiter Nebenrolle
zuletzt aktualisiert: 27.08.2008Wesel (RPO). Trotz des „Zentralisierungsschubs“ in der katholischen Kirche sei die Gemeinde wichtigster Ort kirchlichen Lebens. Mut machte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Prof. Dr. Hans-Joachim Meyer rund 100 Zuhörern in der Akademie Klausenhof in Dingden. „Geben Sie nicht auf“, sagte Meyer, „und engagieren Sie sich weiter in den Pfarrgemeinden.“ Nur so könne man Änderungen bewirken. Meyer kritisierte in seinem Vortrag zum Thema „Der Laie nach dem II. Vatikanum“, dass die Grundidee vom „Volk Gottes“ kaum realisiert werde. Vor allem die Konzils-Dokumente „Gaudium et spes“ und „Lumen gentium“ hätten dem Laien Verantwortung für weltliche Fragen zugeschrieben. Der Laie könne in eigener Verantwortung abwägen, welche Entscheidung richtig ist. Dies führe zu einem spannungsvollen Verhältnis mit dem Klerus, der fürs Geistlich-Religiöse zuständig ist. Beide Elemente stünden in gemeinsamer Verantwortung für die Entwicklung der Kirche.
Die größte Wirksamkeit könne der Laie in den Pfarrgemeinderäten erreichen. Der Grad der Kooperation hänge allerdings stark vom Pfarrer ab, so Meyer. Er war Minister in der letzten DDR-Regierung und von 1990 bis 2002 Minister für Wissenschaft und Kunst in Sachsen. Meyer kritisierte, dass es in Gremien eine stärker werdende Tendenz gäbe, das eigene Interesse zu verfolgen statt den Blick aufs Ganze zu haben. Auf Bistumsebene sollen Diözesanräte den Laien Stimme geben. Auch aus der Zuhörerschaft wurde Unzufriedenheit laut, da trotz Priestermangels Laien keine größeren Partizipationsmöglichkeit in der Kirche eingeräumt werde. Meyer warnte vor Resignation und forderte, „sich zur Kirche zu bekennen, in der Kirche zu bleiben und in der Kirche zu wirken“. RP
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