Hamminkeln: Leben für krebskranke Kinder
VON LAURA KERKENPASS - zuletzt aktualisiert: 13.12.2008Hamminkeln (RPO). Porträt Der Rat zeichnet Margret Grüneboom (72) aus Mehrhoog Montag als „Verdiente Bürgerin“ aus. Sie hat mit ihren Bastelfrauen Anfang der 90er Jahre die Kinderkrebshilfe gegründet. Aktion für die gute Sache lebt.
Man kann vor dieser Frau nur den Hut ziehen. Sie hat viele persönliche Tiefschläge durchlebt und Kraft daraus gezogen, für andere Menschen etwas Gutes zu tun. 1991 ist Margret Grüneboom (72) an Krebs erkrankt. Sie gegen ihre Krankheit angekämpft. Erfolgreich. Danach hat sie die „Mehrhooger Bastelfrauen“ ins Leben gerufen. Mit Frauen aus dem Turnverein ist Margret Grüneboom auf den Dachboden gestiegen, hat Taschen genäht, Deckchen gehäkelt oder Gestecke gemacht. „Ich wollte was Sinnvolles tun, um Menschen zu helfen“, sagt die 72-Jährige, die Montag im Rat als „Verdiente Bürgerin“ ausgezeichnet wird. Schließlich hat sie mit ihren Helferinnen Jahr für Jahr eine stattliche Summe für die Kinderkrebshilfe in Essen überwiesen, bis heute einen hohen sechsstelligen Betrag.
Verdiente Bürger
Jedes Jahr zeichnet die Stadt einen „Verdienten Bürger“ aus. Das muss nicht wie Margret Grüneboom eine Einzelperson sein, sondern kann auch ein Verein sein.
Mit der Auszeichnung verbunden ist ein Preisgeld von 770 Euro. Es handelt sich um den Zinserlös der Hamminkeln-Stiftung der Verbands-Sparkasse.
Vorschläge für die Ehrung machen die Heimatvereine.
Die kreativen Bastelprodukte verkauften die Frauen auf dem Nikolausmarkt in Mehrhoog und auf anderen Märkten in der Umgebung. Im ersten Jahr haben die anfangs sechs Frauen rund 10 000 DM eingenommen. „Ich habe mit der Arbeit für die kranken Kinder meine eigene Krankheit verarbeiten können“, erzählt die Rentnerin. Ihr Idee zündete. Immer mehr Frauen halfen. Die Aktion bekam einen Namen, weit über Mehrhoog hinaus. Der Klub der Spender ist groß.
„Manchmal war ich sehr müde“
Der Dachboden glich einem etwas chaotischen Fundus für gute Sache. Überall lagen Stoffe zwischen fertigen Sachen. Fünf bis sechs Nähmaschinen standen oben. „Stoffe habe ich organisiert. Ich bin von Fabrik zu Fabrik gefahren, um möglichst viel für die Kinder spenden zu können“, erzählt die Frau mit dem großen Herzen. Anfangs hat ihr Mann mitgeholfen. Bis auch er an Krebs erkrankte. Er hat den Kampf verloren. „Meine Bastelfrauen haben mir darüber hinweg geholfen“, sagt sie heute.
Morgens hat sie im Laden ihres Mannes gearbeitet, den Rest des Tages war sie mit ihrem Projekt beschäftigt. „Ich war manchmal sehr müde, als die letzten Frauen gingen und ich noch die Gläser gespült habe“, erzählt die Rentnerin. Der Stamm der Helferinnen wuchs weiter. In den besten Jahren haben die Bastelfrauen rund 40 000 DM im Jahr erlöst. Nach der Jahrtausendwende ließ die Nachfrage nach Handarbeit stark nach. 2002 gab die Initiatorin die Aktion in jüngere Hände. Die „KreuLis“ haben bei der RWE/RP-Aktion „Helden im Alltag“ Platz drei und 1000 Euro gewonnen – auch ein Verdienst der Gründerin.
Die hat einst das Bundesverdienstkreuz abgelehnt. „Ich wollte nicht allein geehrt werden. So viele haben mir geholfen“, sagt die bescheidene Mutter von drei Kindern und Oma von neun Enkeln. Was sie mit dem Geld macht, das sie mit der Auszeichnung erhält? „Das spende ich für die Kinderkrebsstation.“
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