Wesel: Leben wie vor 100 Jahren
VON CHRISTIANE NUNNENDORF - zuletzt aktualisiert: 17.05.2010Wesel (RPO). Das Heimatmuseum in Bislich nahm seine Besucher gestern beim internationalen Tag des Museums mit auf eine Zeitreise ins Jahr 1900. Auch im Diersfordter Eiskeller standen besondere Führungen auf dem Programm.
I-Phone, Playstation, Laptop: für viele sind elektrische Geräte zum täglichen Begleiter geworden. Sie unterstützen bei der Regelung des Alltags und dienen insbesondere der Unterhaltung. Dass das nicht immer möglich war, ist jedem klar. Schließlich sind Handys und Co. Erfindungen unserer Zeit. Doch wie haben sich die Kinder vor 100 Jahren wohl beschäftigt?
So spielten Kinder anno 1900
Das zeigte das Museum Bislich gestern im Rahmen des internationalen Tages der Museen. In dem Hof des 1983 eröffneten Museums hat das Team um Leiter Peter von Bein das Leben um 1900 nachgestellt und lädt die Besucher zum Mitmachen ein. Beispielsweise üben die kleinen Besucher Reifenschlagen. Ein Spiel, bei dem ein Reifen mit einem Stock vorangetrieben werden muss. Die Schwierigkeit liegt hierbei in den Kurven, in denen der Reifen gerne mal zu Boden fällt. In dem Rund kann man außerdem lernen, wie Körbe geflochten werden.
Öffnungszeiten
Zum Heimatmuseum Bislich zählt seit dem Jahr 2000 auch das Rhein-Deich-Museum und seit 2006 das Ziegelmuseum.
Von April bis Oktober hat es mittwochs von 14 bis 16 Uhr, sonn- und feiertags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.
Von November bis März öffnet es immer sonntags von 14 bis 16 Uhr seine Türen.
Der Eintritt beträgt zwei Euro für Erwachsene, Kinder ab 12 Jahren zahlen einen Euro.
Fernab von Waschmaschinen bedeutete das Wäschewaschen deutlich mehr Arbeit als heutzutage, was den Besuchern am Waschbrett verdeutlicht wird. Das Highlight im Hof ist allerdings das historische Brotbacken, bei dem jeder seine Backkünste unter Beweis stellen darf.
Im Inneren des Museums besichtigen die Interessenten unter anderem eine alte Küche, um sich noch mehr in die damalige Zeit zurückversetzen zu können. Im oberen Geschoss geht es nicht um das "Abenteuer 1900", sondern insbesondere um Hauswirtschaft und Naturkunde.
Als Attraktion für Heimat- und Familienforscher hält das Museum zudem seine Archivbestände zur Einsicht bereit, darunter befinden sich Kopien der Kirchenbücher, Totenzettel und Einwohnerlisten. Das Museum Bislich bot den Besuchern einen umfassenden Blick hinter die Kulissen.
Frauen am Spinnrad
Auch der Heimatverein der Herrlichkeit Diersfordt nahm den Tag des Museums zum Anlass einer besonderen Führung. Im Heimathaus Eiskeller gab es in zwei Führungen Infos zum Thema "Wesels Festung – Entfestigung – Einebnung – Stadterweiterung – Eine Schicksalsfrage von 1681 – 1930". Außerdem gab's eine Sonderausstellung "Gardens Made in Britain" und im Kaminraum führten Spinnerinnen ihr Können vor.
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