Schermbeck: Lidl I: 500 Unterschriften gegen Markt überreicht
zuletzt aktualisiert: 10.10.2006Schermbeck (RPO). „Eine kräftige Zahl, die man nicht unberücksichtigt lassen kann.“ Das sagte gestern Nachmittag Schermbecks Bürgermeister Ernst-Christoph Grüter, nachdem ihm Bürger über 500 Unterschriften gegen den geplanten Lidl-Markt an der Dorstener Straße überreicht hatten. Sie waren auf Initiative von Anliegern des Neubaugebiets Zur Obstwiese an zehn Tagen gesammelt worden.
Wie berichtet, führen die Kritiker mehrere Argumente gegen den Markt ins Feld: Verdrängungswettbewerb zu Lasten der Innenstadt-Geschäfte, mehr Autoverkehr, eingeschränkte Wohnqualität. Dr. Emmanouil Spyrou mahnte als Sprecher der Initiative, die Politik möge das Thema noch einmal intensiv beraten. Er stützte sich auf den Vortrag von Andree Haack (IHK), der vergangene Woche bei einer Infoveranstaltung zu dem Schluss gekommen war, Schermbeck sei mit Lebensmitteln überversorgt und brauche keinen Lidl-Markt. Unter dem Eindruck des Referats forderte die SPD inzwischen, weitere Fachleute anzuhören. Auch die CDU will erneut nachdenken.
Auf die Frage der Bürger, welche Meinung er denn vertrete, sagte Grüter gestern: „Ich halte mich da raus, weil es Gründe für und gegen den Lidl-Markt gibt.“ Das letzte Wort habe der Rat. Die 500 Unterschriften werde er an die Fraktionen weiterreichen, kündigte der Bürgermeister an.
Er legte Wert auf die Feststellung, Politik und Verwaltung hätten sich über die Lage des Einzelhandels in Schermbeck bereits im Februar ins Bild setzen lassen. Damals referierte Wilhelm Bommann, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Niederrhein, im Ausschuss für Wirtschaftsförderung.
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