Wesel: Lockrufe von SPD und FDP
zuletzt aktualisiert: 13.09.2008Wesel (RPO). CDU-Bürgermeisterschafts-Kandidat Michael Stein hat’s gut. Er sonnt sich derzeit im Urlaub und muss den Donner, den die CDU-Querelen verursachen, nicht live miterleben. Dennoch verfolgt er die Entwicklung. „Ich bin völlig überrascht vom Rücktritt Franz-Josef Kuhmanns als Parteivorsitzender. Das macht meine Kandidatur nicht leichter“, sagte er gestern der RP. Die behaupteten Probleme zwischen ihm und Kuhmann sehe er nicht. Denn: „Er mag enttäuscht gewesen sein, nicht Kandidat zu werden. Aber wir haben immer harmoniert.“ Er bedaure Kuhmanns Schritt, denn er habe auf seine Unterstützung im Wahlkampf gebaut.
Unterdessen bekommt die CDUviel Häme ab. Ludger Hovest (SPD) und Friedrich Eifert (FDP) luden jeweils Kuhmann „zur Zusammenarbeit“ ein. Der SPD-Chef prognostizierte: „Das wird nicht der letzte Rücktritt gewesen sein.“ Derzeit nutzt er jede Gelegenheit, CDU-Fraktionsvorsitzenden Spelmanns vorzuführen. Auch diesmal, denn er hält die Entscheidung des CDU-Manns, als Fraktionschef weiterzumachen, für unzeitgemäß. „Damit hat er jede Hoffnung ambitionierter Nachrücker zunichte gemacht“, macht sich der SPD-Mann CDU-Gedanken. Und: Spelmanns habe mit Jörn Schroh und Herbert Storm ein „Nebenkabinett“ beim Treffen im Café Fehr aufgemacht.
Eifert sieht’s so: „Für die Stadtpolitik ist es nicht gut, wenn sich die CDU selbst schwächt. Junge Kräfte wären gut, damit das Kommunikationsband zur FDP aufgenommen wird. Das hat nämlich unter dem jetzigen Personal Schaden genommen.“ Es gehe darum, dass man Leute bei der CDU brauche, mit denen man Vereinbarungen treffen könne. Die SPD-Einladung zur Zusammenarbeit geht auch an Josefa Bittner (Büderich). Dort fährt Ex-Vorstand Hagenacker schweres Geschütz gegen den Neu-Vorsitzenden Nabbefeld auf: „Der hat manipuliert. Wir wussten nicht, das er antreten wollte.“ Der Ablauf sei aber formal korrekt, das habe man geprüft. (Unsere Woche, Seite B 5)
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




