Wesel: Massen pilgern zum Hansefest
VON CORNELIA KRSAK - zuletzt aktualisiert: 31.10.2010 - 18:08Der Regen machte den Akteuren des 17. Hansefestes am Samstag das Leben schwer. Doch am verkaufsoffenen Sonntag strömten die Besucher in Scharen in die City und genossen das mittelalterliche Spektakel.
Trommelklänge und Flötenspiel drangen durch die Fußgängerzone wie Boten aus längst vergangener Zeit. Musizierend, Fahnen schwenkend und mit brennenden Fackeln zogen Ritter in glänzender Rüstung mit Hellebarden durch die City, gefolgt von einem langen Tross aus kostbar gewandeten Edelfrauen, Gauklern, Mägden und Knechten.
Die Nachhut bildeten drei stolze Friesenrösser mit jungen Reiterinnen in langen wallenden Gewändern. Langsam bewegte sich der Zug in Richtung Dom, dessen angestrahlte Silhouette sich majestätisch vom Abendhimmel abhob. Vor der Fassade des historischen Rathauses auf dem Großen Markt spielte zur Begrüßung des Fuß- und Reitervolkes das Weseler Fanfarencorps auf.
Der große Festumzug durch die Innenstadt Samstagabend war der traditionelle Höhepunkt des Historischen Hansefestes, das am Wochenende zum 17. Mal mit bewährtem Programm und manchen Neuerungen stattfand und vor allem gestern die Massen in die Innenstadt zog. Organisatoren: „Alles prima“ Das Organisationsteam aus Hansegilde, Werbegemeinschaft und Stadtmarketing hatte keine Kosten und Mühen gescheut, um den Besuchern ein tolles Mittelalterspektakel zu bieten.
Leider spielte das Wetter nicht mit und Dauerregen machte Akteuren und Gästen vor allem am Samstag das Leben schwer. Eher unmittelalterlich bestimmten bunte Regenschirme das Bild in der Fußgängerzone. Erst zum großen Festumzug am Abend verzogen sich die grauen Wolken. Bei trockenerem Wetter strömten die Menschen am verkaufsoffenen Sonntag in Scharen in die Innenstadt. Auf der Hansemeile zwischen Großem Markt und Berliner Tor präsentierten sich 25 Hansestädte.
Diese hatten neben viel Information auch regionale Spezialitäten sowie Handwerkskunst zu bieten. Zu den kulinarischen Highlights gehörten Salzwedeler Baumkuchen ebenso wie köstliches Mandelpesto aus Visby in Schweden oder Senf aus Zwolle. Bunt bemalte Matruschkas aus Kaliningrad brachten Farbe ins Hansefest. Allerlei Teufelsgebräu und Hexenkraut wurden auf dem Handels- und Handwerkermarkt angepriesen, wo Waffenschmied, Korbflechter, Lampen- und Pinselmacher ihre Kunst vorführten.
Gaukler und Spielleute sorgten für Kurzweil beim Stadtbummel. Im großen Ritterlager rund ums Berliner Tor erlebten Jung und Alt anschaulich das mittelalterliche Leben. Auch für die kleinen Hansefestbesucher wurde eine Menge geboten. Sie konnten ihre Geschicklichkeit zum Beispiel beim Eierknacken unter Beweis stellen oder Runden auf dem „Alt Teutschen Handkurbel Risenrad Anno 1600“ drehen.
Die Veranstalter zeigten sich zufrieden mit dem Verlauf des Hansefestes. „Alles prima“, resümierte gestern Ludwig Maritzen von der Hansegilde. Trotz Regen hätten viele Leute den Weg in die City gefunden. So hat sich die Mühe für alle Beteiligten gelohnt.
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