Hamminkeln: Mehrhoog ohne Empfang
VON BERNFRIED PAUS - zuletzt aktualisiert: 09.05.2009Hamminkeln (RPO). Eine Störung hat am Donnerstag für zweieinhalb Stunden das Telefon-Netz in Mehrhoog lahm gelegt. Auch Handys waren stumm. An Bankautomaten gab's kein Geld, und Kunden ohne Bares konnten nicht einkaufen.
Was am 21. April bundesweit rund 40 Millionen Menschen widerfuhr, geschah am Donnerstagmittag lokal begrenzt auf den den Ortsteil Mehrhoog – nur umfassender. Während Ende April ein Software-Fehler das D1-Netz der Telekom und somit sämtliche Handys am frühen Abend für rund vier Stunden getillt hatte, waren in Mehrhoog und im benachbarten Mehr auch Festnetz und Internet zwischen 11.30 und 13.45 Uhr komplett tot. Ursache war ein Netzfehler, der das DSL- und Telefonnetz lahm gelegt hatte. Gegen Abend gab's eine weitere Panne, die bis 6 Uhr für Ausfallserscheinungen beim Internet gesorgt hat. Ein Zaunpfahl hatte ein Glasfaserkabel gekappt.
Doppeltes Pech
Panne I: Eine Störung im Telekom-Netz sorgte dafür, dass von 11.40 bis 14 Uhr 5000 Telekom-Kunden weder mobil noch im Festnetz telefonieren konnten und auch nicht ins Internet kamen.
Panne II: Um 18.40 Uhr rammte ein Privatmann einen Zaunpfahl in den Boden, kappte ein DSL-Glasfaserkabel und hängte 3600 Telekom-Kunden bis 6 Uhr vom Netz.
Mit spürbaren Folgen für das Leben im Dorf. Birgit Kojan hatte mit ihrem Sohn Mark (16) vereinbart, dass er sie bis 13 Uhr an ihrem Arbeitsplatz in Voerde anrufen sollte. Sie hatte sich bereits Sorgen gemacht. Denn auch sie konnte ihn nicht erreichen. Als ihre Kollegin, die ebenfalls in Mehrhoog wohnt, eintraf, brachte sie die Erklärung: In Mehrhoog sind sämtliche Telefone stumm. Erst kurz vor 14 Uhr meldete sich Mark bei seiner Mutter.
Dörfliche Nothilfe
Unterdessen lief in der Filiale der Verbands-Sparkasse nichts mehr. "Alle Leitungen waren tot", berichtete gestern Sparkassen-Angestellter Wilhelm Overhagen. Die Geldautomaten hatten ihren Dienst eingestellt. Wen Overhagen persönlich kannte – "das sind die meisten" –, bekam am Schalter Geld. "Wir haben die Auszahlung notiert und halt später gebucht", sagte der kundenfreundliche Kassen-Mann. Er lobte das große Verständnis der Kunden.
Helene Köster, Senior-Chefin im Rewe-Markt, hatte sich irgendwann auf den Weg gemacht zu einem Kollegen in Rees, um von dort aus dringend erforderliche Bestellungen für den nächsten Tag fristgerecht abzusetzen. "Unterwegs kam über Handy die Meldung, dass alles wieder lief", so die Geschäftsfrau. Ihr blieb nur, sich für das Verständnis der Kunden zu bedanken, die bargeldlos zahlen wollten und ihren Einkaufswagen stehen lassen mussten, "wenn wir sie nicht kannten". Das sei "unangenehm für die Menschen" und "imageschädlich für unser Geschäft". Helene Köster : "Da kann man mal sehen, wie abhängig wir inzwischen von der Technik sind." "Wir hatten Glück, dass die Sprechstunde fast durch war", sagte Karen Müller, Arzthelferin in der Praxis Zander/Schroerschwarz. Bei einem akuten Notfall hätte es möglicherweise ein ernstes Problem geben können. Wie sich im Nachhinein herausgestellt hat, war ihre Kollegin mobil nicht abgehängt – sie hing am D2-Netz.
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