Schermbeck: Millionen-Projekt Sporthalle
VON JULIA NAKÖTTER - zuletzt aktualisiert: 18.12.2009Schermbeck (RPO). Eine energetische Sanierung der Dreifach-Sporthalle an der Erler Straße kostet laut Gutachten 1,9 Millionen Euro. Die Gemeinde müsste 754 000 Euro beisteuern, da der Bund das Modellprojekt fördert. Geld ist im Etat nicht vorhanden. Eine weitere Baustelle für Politik und Verwaltung.
Neben dem sanierungsbedürftigen Hallenbad (2,5 Millionen Euro) gibt es in der Gemeinde eine weitere große Baustelle, die Verwaltung und Politiker während der kommenden Etat-Beratungen beschäftigen wird: die über 30 Jahre alte Dreifach-Sporthalle an der Erler Straße. In der Ratssitzung am Mittwoch stellte Planer Sebastian Lach vom Architektur- und Energiebüro Pohlkamp ein Konzept für das Modellprojekt vor, das vom Bundesumweltministerium gefördert wird. Ziel ist es, bis zu 70 Prozent CO2 einzusparen.
Die Vorteile der Halle aus dem Jahr 1978 konnte Sebastian Lach an einer Hand abzählen: eine Nahwärmeleitung, die bereits von der Gesamtschule aus gelegt wurde, sowie hochmoderne Lampen im Innern. Die Liste der Mängel ist dagegen lang und fängt bei undichten Fenstern und Korrosionsschäden an der Fassade an, geht über eine nicht ballwurfsichere Decke bis hin zu einer Lüftung, die Frischluft von außen ansaugt und auf bis 45 Grad erhitzt, um sie dann in die Halle zu pusten. "Zudem lässt der Heizkessel sowie die Umluft in den Waschräumen zu Wünschen übrig", kommentierte der Planer.
Kosten einsparen
Die Energiekosten für die Sporthalle könnten von derzeit 47 000 Euro pro Jahr auf knapp 15 000 Euro gesenkt werden, wenn saniert werden würde. Wird das Hallenbad saniert, könnten 50 bis 60 000 Euro im Jahr an Energiekosten eingespart werden. Derzeit sind es 120 000 Euro pro Jahr.
Von 308 auf 64 Kilowattstunden
Die Wärmeverluste an Wänden, Fenstern und Boden seien hoch, 55 Prozent gingen allein am Kessel verloren. "Die zahlreichen innenliegenden Räume verbrauchen außerdem viel Strom", sagte Lach. Die Energiebilanz der Sporthalle fällt dementsprechend schlecht aus. Den Gesamt-Energiebedarf bezifferte der Planer auf derzeit 308 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr. Das Ziel – bei Minus 70 Prozent CO2 – seien 64 Kilowattstunden. "Das ist mit der richtigen Technik zu schaffen", so Lach.
Und so schlug der Planer den Politikern vor, eine Pelletheizung zu installieren, die Fassade zu dämmen und mit Klinkern zu versehen sowie die Nordseite der Halle zu öffnen. "Eine Fiberglas-Fassade könnte dort Tageslicht reinlassen. An der Westseite wäre eine Fotovoltaikanlage denkbar", erläuterte Sebastian Lach. 671 000 Euro seien nötig, um Fassade und Dach zu sanieren. 875 000 Euro plus 340 000 Euro Baukosten werden für die neue Haustechnik (Heizsystem) veranschlagt. Macht zusammen: 1,9 Millionen Euro Kosten.
Zieht man den Bundes-Zuschuss von 60 Prozent ab, bleiben 754 000 Euro übrig, die die Gemeinde aufbringen müsste. Nach 15 Jahren hat sich die Investition amortisiert.
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