Wesel: Mission Frohsinn im Alleingang
zuletzt aktualisiert: 13.11.2007Wesel (RPO). Eselordenträger Didi Jünemann (55) über Niederrhein-Vergangenheit und WG-Erfahrung
Für seine „Missionstätigkeit“ im Dienste des Rheinischen Karnevals erhält der Kölner Kabarettist, Schauspieler, Musiker und Stunksitzungs-Mitbegründer Didi Jünemann (55) am Karnevalssonntag den Weseler Eselorden 2008. RP-Redakteur Klaus Nikolei sprach mit Jünemann über dessen Niederrhein-Vergangenheit, seine Liebe zum FC und die kultige „Frühstückspause“ im WDR 2-Hörfunk.
Wissen Sie eigentlich, was Sie am 3. Februar in der Weseler Niederrheinhalle erwartet?
Jünemann Nicht genau. Aber ich weiß, dass WDR-Moderatorin Steffi Neu und Dieter Nuhr den Preis auch schon bekommen haben.
Und Ihre Kollegin Anka Zink auch. Und Sportmoderator Manfred Breuckmann, Tagesschau-Sprecher Jan Hofer, Trainer Neururer... Und alle mussten eine Überraschung mitbringen. Manni Breuckmann beispielsweise hatte seinerzeit Herbert Knebel im Schlepptau.
Jünemann Ich weiß noch nicht, wen ich mitbringe.
Die Weseler hoffen natürlich auf Jürgen Becker, Ihren kongenialen WDR 2 „Frühstückspausen“-Partner.
Jünemann (lacht) Der ist am Karnevalssonntag total unterwegs. Aber vielleicht bringe ich ja als Schmankerl einen Film von unserem Missionswerk Rheinischer Frohsinn mit: Karnevalspräsident Becker und ich als Funkenoffizier beglücken die Welt.
Das hat Wesel auch nötig.
Jünemann Das hat die ganze Welt nötig. Und wir haben den Frohsinn auch schon nach Düsseldorf gebracht.
In Ihre alte Heimat.
Jünemann Das ist nicht ganz richtig. Irgendwie fühle ich mich schon ein wenig heimatlos. Denn mit vier kam ich mit meiner Familie aus der Nähe von Göttingen nach Düsseldorf. Mit 18 dann ging’s zum Zivildienst und Studium nach Köln.
Sie waren mal Sonderschullehrer in Viersen.
Jünemann Ja, und gewohnt habe ich am Niederrhein – in einer Sechser-WG in Geldern. Kurios: Damals, das muss 1979 gewesen sein, mussten wir uns als zwei Ehepaare mit jeweils einem Untermieter ausgeben.
Waren Sie damals öfter in Wesel?
Jünemann Daran kann ich mich nicht erinnern. Aber ich erinnere mich gerne an meine Auftritte im Bühnenhaus vor einem tollen Publikum.
Ein Millionen-Publikum kennt Sie vor allem durch die „Frühstückspausen“, bei denen Sie kauend und schlürfend aktuelle Themen aufs Korn nehmen. Das hört sich alles sehr spontan an.
Jünemann Jürgen Becker, den ich Anfang der 80er Jahre in einer Kölner Sozialpädagogen-Clique kennengelernt habe, und ich treffen uns donnerstags und schreiben die Texte, die wir dann freitags bei Kaffee und Croissant im Studio aufnehmen oder oft auch live sprechen.
Ihr erstes Soloprogramm 1993 war ein Fußball-Kabarett. Als Wahl-Kölner sind Sie sicher FC-Fan. Hoffen Sie noch auf den Aufstieg?
Jünemann Die Kölner haben keine Chance mehr. Ist aber auch nicht schlimm. Denn der FC kriegt mehr Zuschauer je schlechter er spielt.
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