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Wesel: Missionsschule im Niger steht

VON ISABELL HÜLSER - zuletzt aktualisiert: 24.03.2010

Wesel (RPO). Familie Seibt engagiert sich seit Jahren für die Entwicklung im afrikanischen Niger. Neben der Schule richtet sich die Hilfe vornehmlich auf die Versorgung der Menschen mit sauberem Wasser. Auch medizinische Hilfe ist wichtig.

Die Trockenheit macht das Wasser im Niger zu einem raren, manchmal umkämpften Gut zum Überleben. Deshalb unterstützt die Aktion pro Humanität den Bau von Brunnen. Davon profitieren nicht nur die Kinder.   Foto: RPO
Die Trockenheit macht das Wasser im Niger zu einem raren, manchmal umkämpften Gut zum Überleben. Deshalb unterstützt die Aktion pro Humanität den Bau von Brunnen. Davon profitieren nicht nur die Kinder. Foto: RPO

"Wenn man das sieht, macht das Spenden richtig Spaß", sagt Wolfgang Seibt (81) angesichts der Bilder von der neuen Schule, die mithilfe der Spende in der Hauptstadt Niamey im afrikanischen Niger errichtet worden ist. 50 000 Euro haben die Seibts, Eigentümer des Flürener Campingplatzes Grav-Insel, aus privaten Mitteln dazu getan. Nach einem halben Jahr Bauzeit haben sie so rund 400 Kindern eine neue schulische Perspektive gegeben. Die Idee zur Missionsschule kam vom Erzbischof Niameys, Michel Cartatéguy, der an die Aktion pro Humanität (APH) herangetreten war. Dr. Elke Kleuren-Schryvers, Vorsitzende des Vereins, hatte das Anliegen an Familie Seibt weitergegeben, denn APH konnte das Projekt nicht stemmen. Familie Seibt hatte sofort Hilfe zugesagt, obwohl sie schon eine große Anzahl an Hilfsprojekten im Niger unterstützt.

Info

Kindern helfen

Im Mai wird auf der Grav-Insel Besuch aus Afrika erwartet. Der Erzbischof von Niamey, Michel Cartatéguy, wird die Familie Seibt in Wesel besuchen. Wer den Verein "Wir helfen Kindern weltweit" und die Familie Seibt unterstützen will, findet weitere Informationen im Internet unter www.whkw.de oder per Mail an info@whkw.de.

Dazu gehört zum Beispiel der Brunnenbau. Sieben Brunnen sind bereits fertig, in diesem Jahr sollen aus Mitteln des Vereins "Wir helfen Kindern weltweit" der Familie Seibt drei weitere Brunnen für je 15000 Euro finanziert werden. Hinzu kommen geologische Gutachten für zwölf weitere Brunnen für je 1000 Euro. Und noch etwas ist nötig: Die Brunnen müssen vor Ort betreut werden, das kostet noch einmal 5000 Euro. "Insgesamt unterstützen sie das Projekt also mit über 60 000 Euro", beziffert Werner van Briel von APH das beachtliche Engagement.

Jeder Cent kommt an

Durch die Reiseberichte von Elke Kleuren-Schryvers, die in diesem Jahr zum 50. Mal nach Afrika reist, wissen die Seibts immer genau, dass das Geld auch ankommt. "Jeder Cent", ist sich Frank Seibt (48) sicher. Insgesamt sollen vom Brunnenprojekt mal eine halbe Million Menschen profitieren. Die bereits vorhandenen Brunnen, das berichtet Kleuren-Schryvers, verhelfen 120 000 Menschen zu frischem Trinkwasser und wirken so gesundheitsfördernd.

Zudem sinkt die kindliche Todesrate, und es gibt keine ethnischen Konflikte um Wasser mehr. Als nächstes steht ein Brunnen nahe der örtlichen Krankenstation auf dem Sanierungsplan, damit es dort endlich sauberes Wasser gibt. Auch in der Station selbst kann nun geholfen werden. "Durch ein Komitee vor Ort haben wir jetzt die Chance bekommen was zu tun", sagte Kleuren-Schryvers. Denn sie weiß: "Erst müssen die Strukturen vor Ort stimmen." Jetzt wird saniert. Ein neuer Anstrich, neue Betten und Medikamente sollen die medizinische Anlaufstelle für eine halbe Million Menschen verbessern.

Besser geworden ist die medizinische Versorgung auch durch ein Ambulanzfahrzeug, das die Seibts vor drei Jahren gespendet hatten. Im September konnte es seine Fahrt aufnehmen. 7000 Kilometer ist der Krankenwagen seitdem gefahren und hat 45 Patienten transportiert. Bei so positiven Resultaten fällt es der Familie Seibt nicht schwer, Geld in eines der ärmsten Länder der Welt zu überweisen.

Unterstützt wird ihr Verein "Wir helfen Kindern weltweit" auch durch kleine Spenden der Menschen auf dem Campingplatz und in der Nachbarschaft, die sich an der Aktion "magisches Marmeladenglas" beteiligen. "Es dürfte aber gern noch ein bisschen mehr sein", so Wolfgang Seibt.

Quelle: RP

 
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