Hamminkeln: Musikalisches Plädoyer für Orgel-Restaurierung
zuletzt aktualisiert: 08.01.2007Hamminkeln (RPO). Einhellige Begeisterung war am Freitagabend in der Evangelischen Dorfkirche Brünen nach dem Benefiz-Weihnachtskonzert zu spüren und im langen Schlussapplaus zu hören. Zugunsten der Orgelrenovierung hatten der Männergesang-Verein Brünen 1858 und der Kirchenchor St. Antonius Loikum unter dem Kirchenmusiker und Musikwissenschaftler Dr. Gerd-Heinz Stevens ein sehr schönes Programm geboten. Und ein Engagement legten die vor – mitreißend.
Harmonie beider Chöre
Erstaunlich war auch, was beide Chöre leisteten. Dabei wird der MGV Brünen nach einigen Dirigenten-Wechseln während der letzten Jahre erst seit sechs Monaten von Stevens geleitet. So harmonierten auch die Stimmen beider Chöre bei gemeinsamen Gesängen. Nachdem die stellvertretende Kirchmeisterin Margret Schmid und der Vorsitzende des MGV, Heinz Ewig, die Hörer begrüßt hatten, begann Dr. Stevens ohne Umschweife auf der Orgel Bachs Weihnachts-Choral „Vom Himmel hoch“, BWV 700, zu spielen. Die Melodie weckte Freude, aber sie klang merkwürdig hoch und dünn. „Nur die vordere Hälfte der Orgel ist noch spielbar, das ganze Hauptwerk gar nicht mehr“, erklärte Stevens sachlich, der flugs von der Empore herunter geeilt war. Schwungvoll setzte er hinzu, dass er während seiner Zeit in Bottrop eine Orgel-Renovierung durchgezogen habe. Die Gemeinde habe mitgemacht, ein überregionales musikalisches Zentrum habe sich dort entwickelt, mittlerweile überregional bekannt.
„Elektrisches Örgelchen“
Der MGV Brünen sang gemeinsam mit dem Loikumer Kirchenchor a cappella „Hosianna dem Sohne Davids“ und „Tochter Zion“. Der Kirchenchor allein glänzte mit „Gloria in excelsis Deo“. Stevens wies auch auf das „elektrische Örgelchen“ vorn im Chorraum, wie das sich nun anhört. Er konnte natürlich akzeptabel die Weihnachtslieder des MGV begleiten. Danach eine „Pastorella“ auf der kaputten Pfeifen-Orgel war eine Erholung. Der MGV konnte sogar unten im Chorraum singen, während die Loikumer auf der Empore ihre Stimmen erhoben und Stevens dort oben dirigierte. Spätestens da wurde allen in der Kirche klar, dass sie ein musikalisches Plädoyer für die von Kostujak entworfene Orgel-Restaurierung hörten. Ein Kanon mit der Gemeinde, „Transeamus“ der Chöre und eine Orgelimprovisation beendeten das Konzert.
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