Wesel: Nabel der Altana-Welt
VON KLAUS NIKOLEI - zuletzt aktualisiert: 10.02.2007Wesel (RPO). Byk-Mutter Altana steuert von Wesel aus weltweite Aktivitäten des Dax notierten Chemie-Konzerns mit rund 4500 Mitarbeitern – 2007 rund 60 zusätzliche Arbeitsplätze am Rhein – Millionen-Investitionen in Neubau
Bei Erfolgsmeldungen der Börse in den Nachrichten dürfte demnächst der Name Wesel öfter auftauchen. Denn seit dem Verkauf ihrer Pharma-Sparte Ende 2006 besteht die aktuell noch im Dax 30 notierte Altana AG mit Sitz im noblen Bad Homburg vor der Höhe (Hessen) einzig und allein aus der Sparte Chemie, die ihren Sitz seit Jahren an der Abelstraße im Hause der Byk-Chemie hat.
Weil der Konzern seine Zentrale in Bad Homburg Mitte des Jahres schließt, wird Wesel Hauptsitz der Altana Chemie und so Standort eines der weltweit ertragsstärksten Chemieunternehmen. „In Wesel schlägt jetzt das Herz von Altana“, sagt Vorstand Dr. Matthias L. Wolfgruber. 2006 erwirtschafte die Gruppe (31 Werke, 4500 Mitarbeiter weltweit) einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro. Sie wird ab September im M-Dax notiert.
Vier Geschäftsfelder
Der Altana-Konzern besteht aus vier Geschäftsbereichen: Byk (Instrumente und Additive; 1052 Mitarbeiter weltweit); Eckart (Metalleffektpigmente; 1802); Elantas (Isoliermaterial für Elektroindustrie, 883) und Actega (Verpackungslacke, 655).
Flagge zeigen
„Die erfolgreiche Altana-Tochter Byk-Chemie kennt in Wesel jeder. Doch Altana ist kaum jemandem bekannt. Das wollen wir so schnell wie möglich ändern“, sagt Achim Struchholz, seit knapp fünf Monaten Leiter der Unternehmenskommunikation. Sein Schlüsselerlebnis: Als der gebürtige Duisburger (45), zuletzt Pressesprecher bei RWE und „Grüner Punkt“, seinen ersten Arbeitstag in Wesel hatte, ließ er sich von einer Taxifahrerin „im mittleren Alter“ vom Bahnhof zur Abelstraße bringen. „Von Altana hatte die noch nie etwas gehört.“
Mit Altana-Hinweisschildern, Werbetafeln am Bahnhof – Gespräche mit der Bahn verlaufen allerdings wegen ungeklärter Zuständigkeiten zäh – und der Förderung von Kultur, Bildung und Wissenschaft will sich der Konzern dauerhaft in Wesel ins Gespräch bringen. „Wir wollen an unserem neuen Konzernstandort verstärkt Flagge zeigen“, verspricht Dr. Wolfgruber, und betont, dass man sich bewusst für Wesel und gegen den größeren Produktionsstandort in Franken (Firma Eckart) entschieden habe. Zum einen, weil in Wesel zahlreiche Spezialisten sitzen. Zum anderen, weil die Stadt die Erweiterungspläne der Byk-Chemie in 40 Jahren stets unterstützt habe. „Eine gute Symbiose, denn auch wir sind als großer Arbeitgeber und Gewerbesteuerzahler ein Segen für die Stadt“, sagt Dr. Wolfgruber.
650 Mitarbeiter (25 Azubis) sind bei Byk tätig. 60 neue Kräfte will der Weltmarktführer für Lackadditive – ein Mittel, das Bläschenbildung bei der Verarbeitung von Autolacken verhindert – 2007 zusätzlich einstellen. Altana beschäftigt 60 Leute (sieben davon aus Bad Homburg).
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