Wesel: Nach Sanierung gibt’s ein Fest
VON FRITZ SCHUBERT - zuletzt aktualisiert: 09.05.2008Wesel (RPO). Der Arbeitskreis Büdericher Ziegelei bereitet sich nach zehn Jahren allmählich auf seine Auflösung vor. Gestern wurde er auf dem Sanierungsgelände über die Arbeiten unterrichtet. Geplant: Übergabe mit Minister Uhlenberg.
Die Kosten
Die letzten Sanierungsarbeiten kosten den Steuerzahler zwei Millionen Euro. Davon tragen Kreis und Stadt Wesel jeweils 300 000 für die Böden-Entsorgung.
Vom 1,4-Millionen-Rest übernimmt der Altlastenverband 80 Prozent. Mit je zehn Prozent sind wieder Kreis und Stadt dabei.
Noch stehen der Schornstein und etliche Gebäude. Noch liegt auch der belastete Boden in einer Halle. Aber das Chaos auf der Altlast Büdericher Ziegelei lichtet sich. Die vor vier Wochen gestartete Sanierung ist gut in Gang. Davon machte sich gestern der Arbeitskreis ein Bild, der sich zehn Jahre nach Entdeckung des Umweltskandals auf die Auflösung vorbereiten kann. Ab Herbst wird er nicht mehr gebraucht. Darin waren sich Martin Wegner (Kreis Wesel) und der Büdericher Hermann Norff einig.
Der Schlusspunkt soll September / Oktober mit einer offiziellen Übergabe des bereits als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Geländes an die Bevölkerung gesetzt werden. Geplant ist ein Fest mit Umweltminister Eckhard Uhlenberg. Noch wird geflachst, wer Bier und Wurst bezahlt.
Schornstein nicht zu erhalten
Keine Lösung gibt es indes für den Wunsch von Willi Scholten, den Schornstein als Erinnerungsstück zu erhalten. Zu baufällig, lautet das Urteil der Experten. Dennoch können Vertreter der Bürger sowie von Politik und Verwaltung aus Kreis und Stadt Wesel ein positives Fazit ziehen. „Aus dem Kampf der Bürger gegen die Behörden ist ein gutes Miteinander geworden“, sagte Norff und erinnerte an die ersten, von Dietmar Pucher initiierten Proteste gegen den so genannten Arsenwall. Der entpuppte sich bekanntlich als Spitze eines teuren Eisbergs. Pucher regte an, am später grünen Idyll eine Tafel mit Infos zur Vorgeschichte aufzustellen.
Wie Martin Wegner und Jürgen Brölz vom Kreis sowie Dr. Engelbert Müller vom Altlastenverband nach der Sitzung sagten, wurde dem Arbeitskreis unter anderem der Zeitplan erläutert. Der sieht vor, dass in der ersten Juniwoche die rund 4500 Tonnen belasteter Boden zur Entsorgung abtransportiert werden. Die täglich rund 20 Lkw-Fuhren sollen über Gest zur Xantener Straße und somit nicht durch den Ortskern rollen. Zurzeit werden bereits in kleinerem Umfang Dachteile aus Eternit, verpacktes Dämm-Material, ölhaltige Erden und Fässer abgefahren. Ansprechpartner für Fragen aus der Bevölkerung ist Jürgen Brölz, Tel. 0281 207-2521.
Die Bewachung des auch als wilde Kippe und Abenteuerspielplatz genutzten Geländes erweist sich übrigens als richtig. Gleich zu Beginn der Arbeiten gab es nächtliche Besucher. Unterstützt werden die Wächter von einem Hund. Außerdem wurde ein Alarmkonzept mit der Polizei entwickelt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




