Wesel: Nato-Fernmelder von Wesel schon begeistert
zuletzt aktualisiert: 16.07.2010Wesel (RPO). Michael Haynes aus Beaumont im Präriestaat Texas beschreibt Wesel knapp. "Alt und grün", so der Amerikaner, der kommende Woche für zwei Jahre mit seiner Familie nach Wesel zieht. Mit seiner Frau Raven, zwei Söhnen und einer Tochter nahm der Fernmelder des Ersten Nato-Führungsunterstützungbataillons (1st NSB) gestern an einer mehrstündigen geführten Besichtigungstour teil.
Geschichte, Landschaft, Leute
Wenn ein Amerikaner eine Stadt als "alt" bezeichnet, dann ist dies vor allem als Kompliment gemeint. Architektur und Historie versetzen Amerikaner auf ihren Reisen durch Europa in Staunen. Haynes' Eindruck dürfte vor allem bei der Besichtigung von Berliner Tor, Dom, der Ruine der Eisenbahnbrücke und der Zitadelle entstanden sein.
Vom Historischen begeistert zeigten sich auch die Kanadier Wayne Smart und Tony Beaijleu. "Am besten hat mir die Zitadelle gefallen", so Beaijleu. Der Fernmelder aus dem franko-kanadischen Québec zog nun von Krefeld nach Wesel und freut sich schon auf den voraussichtlich vierjährigen Aufenthalt. "Die Leute sind nett. Die Gegend ist landschaftlich schön." Das findet auch Smart. Der Fernmelder und Computerspezialist kommt aus einer ländlichen Region in Ontario und fand es allein schon deshalb aufregend, nun in einer "größeren Stadt" zu wohnen.
Nach der Tour, die teils mit dem Bus, teils zu Fuß stattfand, stärkten sich die Nato-Fernmelder beim Fingerfood-Büfett in Patricia Storks Ratskeller. Die Halbamerikanerin begrüßte die internationale Truppe aus Dänen, Niederländern, Engländern, Amerikanern und Kanadiern herzlich auf Englisch und klärte über Kultur und Eigenheiten auf ("Was hat es eigentlich mit dem Esel auf sich?"). Vize-Bürgermeisterin Ulla Hornemann bekräftigte, dass die Stadt sich über die Ankunft der Soldaten freut.
"Wir sind wirklich sehr herzlich aufgenommen worden", bestätigte Lee Keily, stellvertretender Bataillonskommandeur. Der Brite, der zuvor ein Jahr im kanadischen Staat Alberta stationiert war, zeigte sich sichtlich glücklich über den Umzug an den Niederrhein. "Leider lebe ich in Goch, weil mir nur dort eine Wohnung zur Verfügung steht. Viel lieber würde ich aber in Wesel wohnen. Die Stadt gefällt mir gut, ich fühle mich hier wohl", erzählte der Hobby-Jogger. Bald will er einen Lauf um den Auesee machen, außerdem möchte er an einem Gottesdienst im Dom teilnehmen und das Preußen-Museum besuchen.
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