Hamminkeln: Neuer Natur- und Erlebnispfad
VON ISABELL HÜLSER - zuletzt aktualisiert: 18.05.2009Hamminkeln (RPO). Geschafft – die Brüner Landjugend schuf in einer 72-Stunden-Aktion eine echte Attraktion. Rund 1,5 Kilometer ist der gelungene Pfad lang. Dafür wurde von acht Uhr morgens bis spät in die Nacht geschuftet. Es hat sich gelohnt.
Wer ist nicht schon einmal durch den Wald gelaufen und hat sich gefragt: Was ist das überhaupt für ein Baum? Auf diese und andere Fragen werden die Spaziergänger auf dem neuen Naturpfad rund um die Brüner Sportanlage nun Antworten erhalten. Denn in einer 72-Stunden-Aktion hat die Landjugend hier einen neuen Lehrpfad geschaffen. Anlass für das Projekt war die deutschlandweite Aktion "Wir für das Land" zum 60. Geburtstag des Bundes der Deutschen Landjugend. Zeitgleich wurde in ganz Deutschland am Donnerstag um 18 Uhr der Startschuss gegeben.
"Spitzel" spähten Idee aus
Offizielle Übergabe
Gestern um 18 Uhr, also nach Ablauf der 72 Stunden, fand dann die offizielle Übergabe des Lehrpfades statt. Anschließend wurde der Erfolg in der Grillhütte gefeiert.
25 Helfer im im Alter von 16 bis 25 Jahren waren im Einsatz. Damit die fleißigen jungen Leute auch bei Kräften blieben, wurden sie bestens verpflegt.
Und da erfuhren die Brüner Teilnehmer auch erst, was sie auf die Beine stellen sollten. Der Landesvorstand hatte vorher "Spitzel" aus Brünen erwählt. Es handelte sich dabei um Mitglieder der Landfrauen und der Ortsbauernschaft. Anneliese Hecheltjen, Kreislandwirt Wilhelm Neu und andere überlegten sich die Aufgabe und verkündeten sie dann in der Grillhütte, dem "Büro" der Landjugend.
Bei der Ortsbegehung wurde deutlich, dass der vorgesehene Weg zum Teil seit vielen Jahren nicht mehr genutzt wurde. "Wir standen vor einem Busch und haben gesagt bekommen: da muss der Weg dann lang gehen", sagt Delia Kerkenpass, Vorsitzende der Landjugend. Der Donnerstagabend ging erstmal für die Planung der Attraktionen drauf. Die 25 Helfer überlegten sich verschiedene Stationen für die Gestaltung des ca. 1,5 km langen Pfads. Freitag ging dann die körperliche Arbeit los. Zuerst musste der Weg wieder begehbar gemacht werden und eine neue Treppe entstehen. Dazu waren Tonnen von Rindenmulch notwendig. Dann waren die einzelnen Stationen, wie z. B. die "Schnupper-Reifen", die mit Kräutern bepflanzt werden, dran.
Auch eine Kuh aus Holzteilen gibt es, die musste gestern aber noch trocknen. Auf einer kleinen Lichtung entsteht eine "Vogel-Zeig-Dich"-Station. Hier kann man durch ein Fernrohr Plastikvögel, zum Beispiel einen Fischreiher und einen Raben, die in den Bäumen verteilt werden, beobachten. Auf dem Weg werden dann die Baumarten mit ihren spezifischen Eigenschaften – zum Beispiel Höhe und Blattform – näher erklärt. Ein Highlight ist das "Buschtelefon". Hierfür wurde unterirdisch 15 Meter Abflussrohr verlegt. "Das ist auch für Große ein Resenspaß", sagt die erste Vorsitzende. Außerdem entsteht ein Geocaching-Pfad, eine Schatzsuche, die auf GPS-Koordinaten beruht.
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