Wesel: "Nicht alltägliches Jahr"
VON FRITZ SCHUBERT - zuletzt aktualisiert: 09.01.2010Wesel (RPO). Die Finanzkrise hat die Verbands-Sparkasse Wesel abgehakt, die Wirtschaftskrise noch nicht. Als "solide" bezeichnet das Vorstandsduo in seiner Bilanz für 2009 die Lage, streicht kundenfreundliche Nähe und Beratungsqualität als Stärken heraus. Beispiel: Hotline für Chip-Probleme.
Auch in der Ferne ist die Verbands-Sparkasse Wesel nah. Wie Friedrich-Wilhelm Häfemeier und Ingo Ritter gestern sagten, gibt es auch heute und morgen unter Tel. 0281 2050 den direkten Draht für Hilfe vom Haus, wenn Kunden zum Beispiel im Ausland mit ihrer Chip-Karte Probleme bekommen sollten. "Wir sorgen dann für eine Überweisung", sagte Häfemeier.
Nach dem Abschied von Ulrich Bussing bewegt sich das junge Vorstandsduo auf bewährten Pfaden, legte in seiner ersten Bilanz ein "Bekenntnis zur Fläche" ab. Das Filialnetz bleibt, die Öffnungszeiten werden ausgebaut. Neben langen Dienstagen und Donnerstagen sowie Beratung auch am Samstag gibt es künftig auch in Büderich jeweils am ersten und dritten Samstag des Monats eine offene Tür.
Anträge bis April
630 000 Euro (plus 20 000) konnte die Sparkasse an Vereine und Institutionen ausschütten.
Dies soll auch 2010 wieder möglich sein, erklärte das Vorstandsduo und erinnerte daran, dass Anträge auf Spenden aus organisatorischen Gründen bis April eingereicht sein müssen.
"Zufriedenstellend"
"Wir wachsen in der Krise – und zwar solide", fasste Häfemeier die Entwicklung 2009 zusammen und bezeichnete sie tiefstapelnd als "zufriedenstellend". So sei ein sattes Plus von elf Prozent (plus 125 Millionen auf 1,193 Milliarden) im Kreditgeschäft ein Zeichen, dass von einer Kreditklemme bei der Sparkasse keine Rede sein könne. Besonders freut es die Banker, dass es dabei um eine breit gestreute Kundschaft gehe, was Risiken in Grenzen halte.
Mehr Kunden, mehr Mitarbeiter
Die Geschäftspolitik, Beratung mit hoher Qualität anzubieten, sehen sie auch in der Kundenentwicklung bestätigt. So ging zwar die Zahl der Sparkonten um 2000 auf 100 000 zurück, doch liege dies eher an Zusammenlegungen. Entscheidender sei die Zunahme der Girokonten, von denen jeder Kunde meist nur eines habe.
So bedeute ein Plus von 1400 auf 49 900 Konten, dass die Sparkasse in Wesel, Hamminkeln und Schermbeck pro Monat gut 100 Kunden gewonnen habe. Einlagen stiegen um 2,27 Prozent auf 840 Millionen. Das Geschäftsvolumen kletterte um 2,5 Prozent auf 1,619 Milliarden. Zudem wuchs die Belegschaft um 17 auf 424 Mitarbeiter – davon 52 Auszubildende (plus vier).
Positiv verlief das Immobiliengeschäft, in dem das 500-Dächer-Programm, zuletzt begleitet von der RP, in 2010 eine Neuauflage erfahren wird. Grundstückserschließungsgesellschaften waren in Dingden und Schermbeck erfolgreich, in Wesel lief es verhaltener.
Ingo Ritter thematisierte unter anderem das Feld Vorsorge. So sei der Bausparvertrag kein alter Hut. Mit Verträgen in Höhe von 35 Millionen Euro sei der Spitzenwert von 2008 noch einmal deutlich übertroffen worden. Auszeichnungen für die Deka Bank (Fonds) und ein "sehr gut" der Marktforscher von IMKR Erfurt für die Altersvorsorgeberatung der Verbands-Sparkasse Wesel rundeten das Fazit ab.
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