Schermbeck: Niederrhein bewegt sich
VON ISABELL HÜLSER - zuletzt aktualisiert: 07.07.2008Schermbeck (RPO). Niederrheinischer Radwandertag beliebt wie eh und je: Trotz Ferien 318 Starter in Wesel und 180 in Mehrhoog – noch mehr radelten durch. Bedauerlich: kein Rahmenprogramm in der Rathauspassage. Auch Schermbeck im Sattel.
WESEL/HAMMINKELN Einen Tag nach dem Start der Tour de France setzten sich gestern im Kreis Wesel hunderte Fahrradbegeisterte auf ihre Drahtesel. Im Rahmen des Niederrheinischen Radwandertages gab es 63 Routen zur Auswahl. Zu den Startorten zählten Wesel und Mehrhoog. Der Startschuss fiel um 10 Uhr bei schönstem Wetter. Eine halbe Stunde später waren von Mehrhoog aus bereits 130 Fahrer unterwegs. Mehr als im letzten Jahr. In Wesel waren’s mittags über 200.
Gewählt werden konnte zwischen Strecken von 44 Kilometern bis hin zur „Profistrecke“ von 80 Kilometern, die die Teilnehmer von Hamminkeln über Schermbeck und Hünxe führte. Auf die (Tor)tour-Route 61 wagten sich Margret Kosel (53) und ihr Mann Manfred (55). Zwar sind beide gut in Übung, „es ist aber schon eine Herausforderung“, sagt die 53-Jährige. „Mit Pausen brauchen wir sechs Stunden“, schätzt ihr Mann.
Ohne Rahmen
Im fahrradfreundlichen Wesel gab’s kein Programm. In der Rathauspassage fand sich nur der Stand der Stadt zum Stempeln und der ADFC. Es gab keine Verpflegung und keine Toilette. Wer musste, musste in eine Kneipe.
Deftiges statt Doping
Nicht alle gingen mit so viel Ehrgeiz an den Start. „Es heißt ja Radwandertag“, sagten die Paare Liedzwiedz und Scheepers, die Rast in Wesel machten. Sie hatten schon ihr „Elf-Ührken“ mit einem frischen Radler. Ihre Wegzehrung ist deftig: Kartoffelsalat, Würstchen und Frikadellen. Wer ohne Proviant unterwegs war, konnte sich in Mehrhoog vom Bürgerverein bewirten lassen. Zudem gab es hier eine Rallye für Radler der Route Mehrhoog-Wesel-Hünxe. Wer die Fragen zu den drei Orten beantwortet, konnte den Pokal und einen 100-Euro-Gutschein gewinnen.
Wer mindestens drei Stempel hatte, landete in der Lostrommel. Das war Ansporn für Miriam Claßen (11), die mit ihren Eltern in Wesel an den Start ging. „Ich möchte auf jeden Fall einen Preis, egal was.“ Paula Kilders (7) hat eine ganz andere Motivation, die 44 Kilometer über Alpen und Xanten durchzuhalten. „Meine Oma hat mir ein Geschenk versprochen.“ Simon Ridder (12) war mit Eltern im Auto aus Rhede angereist, um in Wesel zu starten. Er freute sich auf das Spaghettieis am Ziel. Joel van Bernum (8) war stolz, dass er von Rees nach Wesel so viele Radler überholt hatte – in einer Fahrtzeit von 1,5 Stunden.
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