Kreis Wesel: "Obama" im Blitzlichtgewitter
zuletzt aktualisiert: 29.10.2009Kreis Wesel (RPO). Kameras und Blitzgewitter nehmen sie gelassen hin. "Alisa" und "Obama" sind es schon gewöhnt, im Mittelpunkt zu stehen. Geduldig posieren die beiden Kühe fürs Pressefoto. Die Züchter der gescheckten Schönheiten sind stolz. Bei der Zuchtrinderschau der Rinder-Union West in den Zentralhallen in Hamm errang die schwarzbunte Kuh "Alisa" aus dem Zuchtbetrieb Volker Elsermann (Brünen) am vergangenen Donnerstag den Siegerpreis der alten Kühe. "Obama", die Rotbunte aus dem Betrieb von Heinz Breihahn (Hamminkeln), konnte einen Siegertitel der jungen Kuhklassen einheimsen. Für die Züchter ist dies ein einzigartiger Erfolg.
Einzigartiger Zucht-Erfolg
Das Verbandsgebiet der Rinder-Union West umfasst die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Schon die Teilnahme an der Schau gilt in Züchterkreisen als Auszeichnung. 400 Tiere waren angemeldet worden. Eine Verbandskommission begutachtete jedes einzelne Rind im Vorfeld und wählte die 150 Besten aus, die sich den Richtern stellen durften. Aus dem Kreis Wesel nahmen 15 Kühe von neun Züchtern teil. "Wir haben im Kreis Wesel eine hohe Dichte an guten Zuchtbetrieben", sagt Gerd Luyven. Der Vorsitzende des Kreisrindviehzuchtvereins war selbst schon als Zuchtrichter tätig und weiß, worauf es ankommt. "Es werden vier Noten vergeben: für den Milchtyp, den Körper, das Fundament und das Euter, wobei das Euter das wichtigste ist, denn damit arbeiten wir jeden Tag."
Wirtschaftlichkeit ist ein wichtiger Faktor, denn die Tiere müssen im Milchviehbetrieb gute Leistung bringen. Aber auch der Körperbau spielt eine große Rolle. Die Kuh soll möglichst lange gesund bleiben und ebenso leistungsfähige Nachkommen haben. "Alisa" bringt es mit ihren acht Jahren auf fünf Kälber. Auch bei der Kreistierschau in Wesel holte sie einen Siegerpreis.
Die Top-Platzierung ist für Volker Elsermann ein toller Erfolg. "Als relativ kleiner Betrieb leben wir auch vom Zuchtviehverkauf", erklärt der Viehzüchter aus Brünen. "Eine Auszeichnung ist ein Aushängeschild für den Zuchtbetrieb", sagt Ulrich Köster, Leiter der Kreiszüchterzentrale Wesel. Wie Kuh "Obama" zu ihrem Namen kam, berichtet Heinz Breihahn. "Es ist üblich, dass Kühe getauft werden, wenn sie zum ersten Mal kalben." Bei "Obamas" erster Niederkunft im Juni war der US-Präsident und Friedensnobelpreisträger gerade in aller Munde. Da alle Kühe in Breihahns Stall einen Namen mit dem Anfangsbuchstaben O haben, fiel die Wahl nicht allzu schwer. Heiligabend wird "Obama" drei Jahre alt.
Informationsveranstaltung Heute, 20 Uhr, Parkettsaal der Niederrheinhalle Wesel
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