Hamminkeln: Party mit den schwarzen Äpfeln
VON MARTHA AGETHEN - zuletzt aktualisiert: 18.05.2010Hamminkeln (RPO). Wenn die Musiker der "Black Apple Band" sowie Frontmann Marc Heuken die Bühne betreten, verbinden sie ganz Hamminkeln. Songs von den Beatles, Stones und Santana sind ihre Spezialität – auch während der Maifete bei Götz.
Lied für "So klingt . . ."
Das neueste Vorhaben gilt der von der Rockschule initiierten Aktion "So klingt Hamminkeln". Man will bis Ende Juni ein Lied auf die Beine stellen, "das die Konkurrenz im Dorf in den Schatten stellt".
Musik, die eine Stadt verbindet: Wenn die "Black Apple Band" Frontmann Marc Heuken ins Rennen schickt und die nimmermüde Rockröhre, strotzend vor Selbstbewusstsein und Spaß an der Freud' das Mikro zur Hand nimmt, zaubert sich ein Lächeln auf die Gesichter der Feiernden, das nicht nachlässt, bis nach "Satisfaction" der letzte Ton im Set verklungen ist. Marc Heuken (21) hat den Schalk im Nacken, sein Markenzeichen "Danke schöööön!" folgt unweigerlich jedem Titel. Die "Schwarzen Äpfel" sind der Prototyp einer fetzigen Partyband, machen gute Stimmung bei größeren Dorffesten wie Bennen on Butten oder Bellhammi, kurz: sie gehören zu Hamminkeln wie der Apfel zum Baum.
Gelebte Integration
Rock und Pop der 60er- und 70er-Jahre, Songs von den Beatles, Stones und Santana sind ihre Spezialität. Doch was sie auf die Beine stellen, ist gelebte Integration. Nicht nur, dass sich hier fünf Endfünfziger mit Marc zum Zwei-Generationen-Projekt verbündet haben, man verbindet gleich eine ganze Stadt. Schnell kommt man sich bei Schwof und Abzappeln näher. Schließlich erhebt die Band keinen Anspruch auf konzertanten Glamour und Bewunderung, sondern will die Leute aktivieren. So ist auch die jährliche Maifete bei Götz ein Beispiel für Integration von Musikern und Tanzwütigen.
Rasant springt der Funke über, auch eine Gruppe behinderter Menschen aus dem Außenwohnheim Hamminkeln macht fröhlich mit. Sänger Marc steht mitten im Gewühl, nur die Instrumente suchen Unterschlupf am verlängerten Saalende, denn vorn steppt gefährlich der Bär. In den Pausen hält man ein Schwätzchen im Hof, allzu viele gibt es davon allerdings nicht. Die Band ist fleißig, 30 Titel pro Abend sind Minimum, von "Black Magic Woman" bis "Es geht mir gut". Bei "Aloha Heya He" von Achim Reichel tanzen die Youngsters auch mal rudernd im Sitzen weiter. Kurz vor Schluss stimmt der ganze Saal "Der Mai ist gekommen" an.
Alle sechs sind Hobbymusiker und gehen Berufen wie Übersetzer, Banker, Vertriebsleiter oder Ingenieur nach. Als vor zwölf Jahren die besseren Hälften zum regelmäßigen Damenstammtisch entschwanden, begann man mit Proben im Dachgeschoss von Familie Ohligschläger. Das schwarz-weiße Logo "Black Apple Band" führt die Truppe wegen ihres ersten Sängers Peter Rohrig "im Schilde"; der hatte den Ehrgeiz, schwarze Äpfel zu züchten. Es geht das Gerücht, er habe sie sogar schwarz lackiert. Blieb der Züchtungserfolg auch aus, die Musik boomte.
Im August 1999 stieg die erste Party; seitdem blieb man in wechselnden Formationen am Ball. Wer zur Musik der Sechs abtanzen will, kann dies spätestens bei der Halloween Party am 31. Oktober tun.
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