Wesel: Pfarrer gibt Kirchgängern fünf Euro
zuletzt aktualisiert: 23.06.2009Wesel (RPO). Nach mehr als 20 Jahren benötigen die Engelkirche auf dem Fusternberg und die Kirche St. Antonius Obrighoven neue Innenanstriche. Aber der Großgemeinde St. Antonius, zu der auch St. Franziskus (Schepersfeld) gehört, fehlt das Geld. Mit einer ungewöhnlichen Aktion will Pfarrer Robert Mertens bis Mitte 2010 gut 50.000 Euro sammeln.
Der Anfang ist gemacht: Messdiener haben den 400 Gottesdienstbesuchern am Wochenende in den drei Kirchen jeweils fünf Euro gegeben. Die Gläubigen sollen das Geld nun vermehren. Pfarrer Mertens hofft bis zum Wochenende auf einen Rücklauf von 10.000 Euro. Mit ihm sprach RP-Redakteur Klaus Nikolei.
Die Gläubigen der Antonius-Gemeinde waren am Wochenende bass erstaunt, als ihnen die Messdiener fünf Euro in die Hand gedrückt haben.
Mertens Da wurde getuschelt, die Messdiener wurden ungläubig angeschaut. Die Auflösung gab's dann im Evangelium. Thema war das bekannte Gleichnis von den anvertrauten "Talenten".
Erzählen Sie es kurz.
Mertens Ein Herr verreist und gibt seinen drei Dienern ein, drei und fünf Talente. Nach langer Zeit kehrt er zurück. Der Diener mit den fünf Talenten hat daraus zehn gemacht und kommt in den Himmel. Der Zweite hat seine drei Talente verdoppelt und kommt ebenfalls in den Himmel. Der dritte Diener hat das Geld vergraben und wird rausgeworfen. Ich habe in der Predigt klar gemacht, dass jeder sein Talent nutzen und seine Phantasie anstrengen sollte, um die fünf Euro zu verdoppeln oder zu verdreifachen, so dass wir die nötigen Malerarbeiten in der St. Antonius- und der Engelkirche durchführen können.
Wie viel Geld wurde verteilt?
Mertens Genau 2000 Euro. Das Geld hat mir der Kirchenvorstand aus eigener Tasche vorgestreckt. Ich hoffe, dass am Ende 10 000 Euro zusammenkommen.
Was kosten die Malerarbeiten?
Mertens Etwa 100 000 Euro. Die Engelkirche ist grau statt weiß. Und St. Antonius ist verrußt. Ich hoffe, dass wir bis zum Sommer 2010 die Hälfte zusammen haben. Weil das Bistum Münster – angeblich – kein Geld mehr hat, sind wir auf Spenden und Sponsoren angewiesen. Ich denke, dass die Gemeinde durch solche Aktionen merkt, dass dies ein gemeinschaftliches Problem ist, das man nur gemeinschaftlich lösen kann.
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