Schermbeck: Pflanzen für mehr Trinkwasser
VON HELMUT SCHEFFLER - zuletzt aktualisiert: 18.11.2008Schermbeck (RPO). 300 Schüler machten den Anfang: In der Üfter Mark werden 36 000 Eichen gepflanzt, um mehr Trinkwasser zu gewinnen. Es war der NRW-Start eines bundesweiten Projekts mit dem Ziel, Nadel- durch Laubbäume zu ersetzen.
Wunschbänder
Damit der Wald gut wächst, immer genug Wasser hat und nicht erneut einem Sturm zum Opfer fällt, wurde ein etwa zwölf Meter langes Tau mit farbigen Wunschbändern versehen. Die Kinder sollten beim Anknüpfen fest an einen Wunsch für den Wald denken.
Die Üfter Mark bei Schermbeck soll auf zwölf Hektar um 36 000 Eichen und in der Folge um 9,6 Millionen Liter Trinkwasser pro Jahr reicher werden. Dazu trugen etwa 300 Schüler bei, die jetzt mit Eltern und Lehrern die ersten paar Tausend Bäume pflanzten. Die vom Verein „Trinkwasserwald“ und von der Getränkefirma Bionade initiierte bundesweite Aktion „Ressourcen schaffen – Trinkwasser pflanzen“ stieß beim NRW-Start auf große Resonanz. Aus Schermbeck beteiligten sich Maximilian-Kolbe-Grundschule, Gesamtschule und Jugendfeuerwehr. Außerdem waren zwei Dorstener Schulen und die Waldjugend Bottrop beteiligt.
RVR ist Besitzer des Waldgebiets
Landrat Dr. Ansgar Müller erinnerte in seinem Grußwort an die verheerenden Folgen des Sturms Kyrill, dem im Januar 2007 in der Üefter Mark 20 Hektar Wald zum Opfer fielen. Ziel der Kampagne ist es, reine Nadel- in Mischwälder umzuwandeln. Der Regionalverband Ruhrgebiet (RVR) als Besitzer des Waldgebietes Üfter Mark wird das von den Schülern begonnene Werk vollenden.
Bionade-Geschäftsführer Peter Kowalsky war von der reibungslosen Zusammenarbeit aller Beteiligten ebenso beeindruckt wie Heiner Rupsch als Vorsitzender des Vereins Trinkwasserwald und Ulrich Carow, RVR-Bereichsleiter Umwelt. Viel Lob gab es auch von Frank Dornis, dem Marketingleiter im Jugendherbergswerk, das Umweltprojekte für seine Gäste anbietet. Seinen Dank an alle Beteiligten verband Schermbecks Bürgermeister Ernst-Christoph Grüter mit der Bemerkung: „Ich bin froh, dass der Kreis Wesel im RVR geblieben ist.“
In einem Tanzspiel zeigten die freiberuflichen Künstler Jana Mattiesson und Markus Bölling als gute Geister den Zusammenhang zwischen Wald und Wasser. 40 Gruppen waren in der Üfter Mark damit beschäftigt, in vorbereitete Löcher Laubwaldsetzlinge zu pflanzen. „Das macht Spaß“, stellte die zehnjährige Lara Wefelnberg fest. Nebenan traten Lars Beemelmans und Robert Schulze das Erdreich rund um eine soeben gepflanzte Hainbuche fest. Laubwald soll unterm Nadelwaldschirm in der Üfter Mark entstehen. Aus dem Wechsel von der bisherigen Nadelwaldnutzung zum Laubwald ergibt sich ein zusätzlicher Trinkwassergewinn. Der wurde anhand einer gläsernen Wassersäule und aufgestapelten Bionade-Kästen veranschaulicht. Auf jedem Quadratmeter Waldfläche können künftig 80 Liter Trinkwasser pro Jahr zusätzlich gewonnen werden. Das entspricht dem Inhalt von zehn Kästen Wasser.
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