Wesel: Pioniere an der neuen FH Mit Sekt und Torte wurden gestern die ersten 30 Studenten der Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort be
VON HERIBERT BRINKMANN UND JENS HELMUS - zuletzt aktualisiert: 22.09.2009Wesel (RPO). KREIS WESEL Am Morgen in Kleve gab es nur Selters, um 14 Uhr in Kamp-Lintfort stieß Präsidentin Prof. Dr. Marie-Louise Klotz dann doch mit einem Glas Sekt auf die erste Semestereröffnung der Hochschule Rhein-Waal an. Sie hatte auch allen Grund dazu. Das ehrgeizige Ziel, alle neuen Studenten mit einem Fahrrad und einem Laptop auszurüsten, ist dank der Mithilfe der regionalen Wirtschaft und Förderer aufgegangen. Gestern wurde beides den Studenten ausgehändigt.
Noch aufregender war der Tag für die ersten Studenten, die in Kamp-Lintfort ihr Studium beginnen. Carina Theis (20) sieht gerade in einer neuen Hochschule große Chancen für sich. Jasmin Banahan aus Bedburg-Hau, die erste Studentin, die sich in Kamp-Lintfort eingeschrieben hat, findet alles "sehr überwältigend". Dass sie Fahrrad und Laptop zur Verfügung gestellt bekommt, übertrifft ihre Erwartung. "Ein hübsches kleines Städtchen" lautet ihr erster Kommentar zu Kamp-Lintfort. Sehr gespannt ist sie auf die vorbereitete Kneipentour am Abend.
Studenten nicht gewohnt
Landtagsabgeordnete Marie-Luise Fasse, Landrat Dr. Ansgar Müller und Kamp-Lintforts Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt ließen es sich nicht nehmen, die ersten Studenten persönlich zu begrüßen. Landscheidt sprach von einem Quantensprung für Kamp-Lintfort, das sich von der Kloster- und Bergbaustadt in eine Hochschulstadt wandele. Sie sollten sich nicht wundern, in der Stadt mal komisch angeschaut zu werden. Studenten sei man nicht gewohnt.
Kamp-Lintfort zeigte sich gestern aber von seiner besten Seite. Die benachbarte Landbäckerei Berns schickte spontan eine Torte zur Eröffnung, verziert mit dem Spruch "Startschuss zu mehr Wissen. Alles Gute zum ersten Studienjahr." Beim Empfang für die Freunde und Förderer der Hochschule dankte Prof. Dr. Klotz für die geleistete Hilfe. Ein Fahrrad und Laptop für jeden Studenten – das sei in Deutschlands Hochschullandschaft einmalig. Es gehe aber auch um ganz konkrete Hilfe, für die sie sehr dankbar sei. So hätte die Hochschule einer Studentin aus Gifhorn bei Braunschweig, die nachts aufgebrochen und um 8 Uhr angekommen sei, direkt ein Zimmer in Kamp-Lintfort vermitteln können.
Historischer Tag
In Kleve war bereits am Vormittag mit den 90 ersten Studenten gefeiert worden. Landrat Wolfgang Spreen sprach von einem "historischen Tag". Mit der Eröffnung der Hochschule sei ein jahrzehntelanger Traum in Erfüllung gegangen. Bürgermeister Theo Brauer bezeichnete die Studenten und Lehrenden als Pioniere. "Die Eröffnung der Hochschule wird die Region völlig verändern." Minister Pinkwart wird für morgen erwartet.
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