Hamminkeln: Politik will die West-Tangente
VON BERNFRIED PAUS - zuletzt aktualisiert: 22.01.2010Hamminkeln (RPO). Der Planungsausschuss ließ gestern keinen Zweifel: Er will die geplante Verkehrsentwicklung fürs Dorf Hamminkeln konsequent zu Ende gehen. Wilhelm Kloppert (CDU): "Die Menschen haben sich darauf verlassen."
Die Politik hat gestern nicht den leisesten Zweifel an ihrem Willen gelassen, die West-Tangente nach über drei Jahrzehnten Planung endlich ins Ziel zu bringen. Der Planungsausschuss gab ohne Ausnahme grünes Licht für das Gutachten, das die Notwendigkeit der Spange zwischen der West-/Mehrhooger Straße (L 602) im Norden und der Diersfordter Straße (L 480) im Süden, mit aktuellen Zahlen unterfüttern soll. Die würde den Ring ums Dorf komplett machen. In der Bürgerschaft waren im Vorfeld der Sitzung gegenteilige Positionen laut geworden. Die Lager, die Befürworter waren klar in der Überzahl, verfolgten die Debatte.
Die Untersuchung der aktuellen Verkehrsströme, darauf legten mehrere Redner der Fraktionen gestern großen Wert, dürfe keineswegs als Signal gewertet werden, dass die Politik insgeheim nicht vom Sinn des 2,3-Millionen Euro-Paktes überzeugt sei. Zwar ließ Grünen-Sprecher Manfred Müser als Einziger Vorbehalte erkennen. Aber auch er will der Verkehrswert der Tangente ermitteln lassen.
"Lange genug gelitten"
Wilhelm Kloppert, Chef des CDU-Ortsverbandes, hätte am liebsten auf die im Rahmen der Etat-Beratung geforderte Untersuchung verzichtet. Das Dorf habe "lange genug gelitten" unter dem Verkehr. Er sehe keinen Anlass, eine neue Legitimation einzuholen.
Fast alle im Verkehrskonzept festgelegten Maßnahmen seien umgesetzt. Die auf der Diersfordter Straße eingebauten Schikanen für Durchgangsverkehr, neue Sportarena, Schulzentrum, Kindergarten, Ausbau der Diersfordter Straße, Standard der Roßmühle als reine Anwohnererschließung – all das, so Kloppert mache nur Sinn, wenn die Tangente auch wirklich kommt. "Die Menschen verlassen sich seit Jahren darauf. Das sollten wir jetzt nicht totprüfen." Auch Bruno Lipkowsky demonstrierte für die SPD Standfestigkeit für die Tangente. "Wir haben die historische Chance und sollten sie nicht gefährden. Die Notwendigkeit ist längst nachgewiesen." Da dankte Ulla Larisch (USD) ihren beiden Vorrednern, weil sie ihr "aus der Seele gesprochen" hätten. Wer offenen Auges durchs Dorf gehe, sehe, wie belastet die schmalen Straßen von Norden nach Süden seien. "Wir brauchen die Tangente dringend und sollten sie endlich zu Ende bringen", so Larisch.
Der Technische Beigeordnete Hans-Georg Haupt erläuterte noch mal, dass die Untersuchung der aktuellen Verkehrsströme, ihrer zu erwartenden Entwicklung sowie die Prognose der wahrscheinlichen Entlastungseffekte keineswegs das Projekt in Frage stellen sollen. Die zu ermittelnden Grundlagen seien ohnehin für den Antrag auf Landesmittel unverzichtbar.
Haupt räumte zwar ein, dass die bauliche Entwicklung des Dorfes inzwischen gebremst sei. "Doch die Verkehrsbringer sind da."
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