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Hamminkeln: Publikumsmagnet Storchenfamilie

VON KLAUS NIKOLEI - zuletzt aktualisiert: 17.08.2010

Hamminkeln (RPO). Auf der Aussichtskanzel in der Dingdener Heide wird es vor allem an Wochenenden eng, wenn Schaulustige und Tierfreunde die Storcheneltern und den flügge werdenden Nachwuchs beobachten. Hans Glader (Bio-Station) geht davon aus, dass die Jungvögel im September nach Süden fliegen.

Noch sind ihre Beine und Schnäbel schwarz. Und noch kann der Storchennachwuchs in der Dingdener Heide nicht fliegen. Aber die beiden Jungvögel haben damit begonnen, mit den Flügeln zu schlagen und die Muskeln zu trainieren. In zwei, drei Wochen müssen sie ins Winterquartier aufbrechen.   Foto: RPO
Noch sind ihre Beine und Schnäbel schwarz. Und noch kann der Storchennachwuchs in der Dingdener Heide nicht fliegen. Aber die beiden Jungvögel haben damit begonnen, mit den Flügeln zu schlagen und die Muskeln zu trainieren. In zwei, drei Wochen müssen sie ins Winterquartier aufbrechen. Foto: RPO

Obwohl kein einziges Schild den Weg zur Beobachtungskanzel in der Dingdener Heide, gut zwei Kilometer von der Akademie Klausenhof entfernt, weist, herrscht dort seit Tagen Hochbetrieb. Auch bei Regen. Tierfreunde und Schaulustige sind gleichermaßen begeistert von dem einmaligen Naturschauspiel, das sich ihnen dort seit einigen Wochen bietet. Das Dingdener Storchenpaar und seine beiden schwarzschnäbligen Jungen sind als Sympathieträger zu einem echten Besuchermagneten im Naturschutzgebiet auf der Grenze zwischen Rheinland und Westfalen geworden.

Vogelpaar Namen gegeben

Praktisch jeden zweiten Tag ist das Ehepaar Renate und Günter Meinhold aus Wesel-Blumenkamp auf der hölzernen Beobachtungskanzel zu finden. Mit ihren Ferngläser beobachten sie den Alltag der Storcheneltern und des am 17. Juli geschlüpften Nachwuchses, der mitunter schon kräftig mit den Flügeln schlägt. "Wir haben Vater und Mutter Storch bereits Namen gegeben: Er heißt Dingo, sie Heide", sagt Renate Meinhold und lacht. Das Rentnerehepaar, das diese herrliche Fleckchen Erde zufällig bei einer ihrer Radtouren im letzten Herbst entdeckte, kennt sich mit den Lebensgewohnheiten der Störche mittlerweile bestens aus. "Wir haben viel im Internet gelesen und uns auch im Naturschutzzentrum auf der Bislicher Insel informiert", erzählt Günter Meinhold. Ihn und seine Frau ärgert es schon ein wenig, wenn vor allem an Wochenenden bis zu 30 Schaulustige die Kanzel aufsuchen und haarsträubende Kommentare von sich geben. "Da haben sich doch tatsächlich Leute darüber aufgeregt, welch' unglaublich dünne Beine die Jungstörche hätten."

Info

Weg zur Kanzel

Wer die Störche beobachten möchte, fährt an der Akademie Klausenhof etwa 1,5 Kilometer gerade aus. Dort gibt es einen Parkplatz. Dann geht's zu Fuß nach links einige hundert Meter bis zur Beobachtungskanzel.

Solche Aussagen quittiert Bio-Stations-Mitarbeiter Hans Glader, der sich seit Monaten intensiv um die Dingdener Störche kümmert, mit ungläubigem Kopfschütteln. Der humorvolle Österreicher ist froh, dass der "starke" Dingo und die mit "zwei Jahren noch sehr junge Heide" zwei der drei Küken so gut mit Regenwürmern, Heuschrecken und Fröschen gefüttert haben, dass der Nachwuchs in den nächsten beiden Wochen zum Flug in den Süden aufbrechen kann – "wenn alles gutgeht".

Gut möglich, dass Dingo und Heide im nächsten Frühjahr nach Dingden zurückkehren. Denn das Nest, erklärt Hans Glader, "ist für beide zum Lebensmittelpunkt geworden". Was nicht bedeutet, dass die beiden dann auch als Paar wiederkehren werden. Sollte Dingo eine neue Partnerin finden, bevor Heide eintrifft, wird diese das Nest besetzen und brüten. Keine Frage, dass dann Renate und Günter Meinhold auch wieder jeden zweiten Tag das eindrucksvolle Naturschauspiel von der Kanzel aufmerksam beobachten werden.

Foto
Renate und Günter Meinhold (Wesel, hier mit Hans Glader, r.) sind oft auf der Beobachtungskanzel: "Der Storchenvater heißt Dingo, die Mutter Heide." Foto: RPO
Quelle: RP

 
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