Schermbeck: Radeln nach dem Sturm
VON GERD HEIMING - zuletzt aktualisiert: 07.03.2008Schermbeck (RPO). Nach „Kyrill“ musste der RVR den Rhader Weg sanieren und nutzte die Gelegenheit, ihn zu einer Rad- und Wanderroute zu machen. Er soll über die Kreisgrenze hinweg fortgesetzt werden. Reiter haben eine eigene Spur.
Ausgerechnet der Orkan „Kyrill“ gab den entscheidenden Rückenwind für die Herrichtung des Rhader Wegs in der Üfter Mark zu einer Route für Radler und Fußgänger. Etwa 60 000 Bäume fielen am 18. Januar 2007 in dem Revier des Regionalverbandes Ruhrgebiet (RVR), und beim Abtransport des Holzes in den Monaten danach zerfurchten schwere Lkw den schmalen Weg so sehr, dass selbst Forstfahrzeuge kaum durchkamen. Weil eine Sanierung des Weges unumgänglich war, ließ der RVR den Rhader Weg vom Forsthausweg zur B 224 gleich mit einer Deckschicht aus Kies und Sand für Radler, Wanderer und Rollstuhlfahrer versehen und den Randstreifen für Reiter präparieren. Knapp zwei Kilometer misst dieser erste Abschnitt einer durchgehenden Verbindung bis zur Tüshaus-Mühle im Stadtgebiet Dorsten.
78 000 Euro
Die Kosten für den ersten Bauabschnitt auf dem Rhader Weg betrugen 78 000 Euro. Etwa 35 Prozent davon übernahm das Land im Rahmen der „Forstlichen Förderung für Kyrill“.
Der RVR ist laut Landrat Dr. Ansgar Müller der größe Flächen-Eigentümer im Kreis Wesel.
Wunsch des Pastors
Zum offiziellen Startschuss sagte Landrat Dr. Ansgar Müller gestern, er trete dafür ein, die Potenziale von Landschaft und Tourismus für die Naherholung zu erschließen. Dies sei mit diesem Beispiel gelungen. Der Rhader Weg gehöre sowohl zum Naturpark Hohe Mark als auch zu den Routen des Sauerländischen Gebirgsvereins und zur 100-Schlösser-Route. Der begleitende Reitweg sei Bestandteil des Euregio-weiten Netzes, das bis Hamm ausgedehnt werden solle.
Schermbecks Bürgermeister Ernst-Christoph Grüter unterstrich die zunehmende Bedeutung des Tourismus für die Region. In einer kleinen Anekdote berichtete Grüter, Schermbecks langjähriger Pfarrer Franz-Gerd Stenneken habe ihn bei der Verabschiedung gebeten, für eine gute Befahrbarkeit des Rhader Weges zu sorgen. Dieser Wunsch sei nun erfüllt. Im April sollen die Arbeiten für den zweiten, 1,1 Kilometer langen Bauabschnitt auf dem Rhader Weg östlich der B 224 (Borkener Straße) beginnen.
Wink an die Politik
Sobald das Sturmholz im östlichen Abschnitt der Üfter Mark abtransportiert ist, wird laut RVR auch das dritte Teilstück, der 2,1 Kilometer lange Weg Zum Vorwerk wieder hergerichtet. Die Eröffnung ist für den Sommer geplant. Dann wäre die knapp zwölf Kilometer lange Verbindung vollständig.
Ulrich Carow, Chef der RVR-Umweltabteilung, unterstrich, dass das Projekt die Grenzen zwischen den Kreisen Wesel und Recklinghausen überschreitet. „Es soll hier nicht bei Stückwerk bleiben, dafür steht der RVR“, betonte Carow. Er tat dies im Beisein des Landrats offenbar ganz bewusst, weil es starke politische Bestrebungen im Kreis Wesel gibt, den Regionalverband zu verlassen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




