Wesel: Radstation in alter Werkstatt
VON KLAUS NIKOLEI - zuletzt aktualisiert: 23.12.2009 - 15:18Wesel (RPO). Für 280.000 Euro soll im Frühjahr am Weseler Bahnhof eine Radstation entstehen. Land fördert das Projekt der Stadt mit 189.000 Euro. Pächter der Station ist der Verein Spix, der auch Reiseproviant anbieten will.
Erfreuliche Weihnachtspost hat die Stadt jetzt von der Bezirksregierung Düsseldorf erhalten. Den Bau der seit fünf Jahren geplanten Radstation am Bahnhof, fördert das Land mit 189.000 Euro. Das Geld wird in Teilbeträgen von 2010 bis 2014 ausgezahlt.
War bislang stets das ehemalige Antiquitätenlager am Bahnhofs-Parkplatz als Standort genannt worden, so soll die Radstation (Platz für 168 Zweiräder) nun noch weiter etwa 150 Meter vom Bahnhofsgebäude entfernt im ehemaligen Werkstattgebäude der Bahn eingerichtet werden. Insgesamt soll der Umbau der bis vor wenigen Monaten vermieteten Objekts knapp 280.000 Euro kosten. Nach Abzug der Landesförderung verbleibt deshalb ein Eigenanteil der Stadt in Höhe von 88.000 Euro. SPD-Fraktionschef Ludger Hovest freut sich: „Toll. Damit geht es am Bahnhof wieder ein Stück voran.”
Auch Caritas baut
Während der Förderbescheid für die Radstation vorliegt, wartet die Caritas noch auf grünes Licht aus Düsseldorf. Sobald auch dort die Zuschuss-Zusage eingetroffen ist, wird der alte Bahnhofshotel im neuen Jahr zum Caritas-Zentrum umgebaut einschließlich einer Toilette, die für jedermann zugänglich sein soll.
Arbeit für zwölf seelisch Kranke
Vorgesehen ist 2010 auch, den Parkplatz herzurichten. Zur Erinnerung: Dieser und die Hotel-Ruine wurden einst von der Stadt für über 800.000 Euro von der Bahn gekauft, um das Projekt Kaufland zu verhindern. Betreiberin der Radstation wird der sozialpsychiatrische Verein Spix. Nach Abschluss eines zunächst auf zehn Jahre befristeten Pachtvertrages zwischen Stadt und Spix kann, so die Verwaltung, in wenigen Wochen die Ausschreibung der Umbauarbeiten für das Gebäude erfolgen. Im Frühjahr, so hofft Spix-Geschäftsführer Dr. Jo Becker, wird mit dem Umbau begonnen. „Und dann dürfte es kein Problem sein, in 2010 die Station zu öffnen”, so Dr. Becker. Anregungen bei der Planung haben sich Stadt und Spix unter anderem bei der Radstation in Moers geholt.
Die Weseler Anlage soll Platz für 168 Räder bieten, wobei besonders hochwertige Zweiräder in 28 blickdichten Spezialboxen untergebracht werden können, in denen sich die Besitzer bei Bedarf auch umziehen können. Zwölf Menschen mit seelischen Problemen sollen von Spix-Mitarbeitern in einer so genannten arbeitsmarktnahen Maßnahme auf Wunsch Reparaturmaßnahmen durchführen, Kaffee, Brötchen und gebrauchte Fahrräder verkaufen. Außerdem sieht das Spix-Konzept vor, Räder an Tagestouristen zu verleihen. Dr. Beckers fasst die Ziele zusammen: „Erstens möchten wir Arbeitsplätze für Leute mit seelischer Behinderung schaffen, zweitens den Bürgern mit dem Verkauf von Reiseproviant und Dienstleistungen ums Rad Service bieten, drittens Menschen aus dem Ruhrgebiet, die per Bahn anreisen, Räder zur Verfügung zu stellen.” (Kommentar)
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