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Wesel: Ratssaal-Baustelle feiert Einjähriges

VON KLAUS NIKOLEI - zuletzt aktualisiert: 06.07.2012

Wesel (RP). Ewige Baustelle, hässlich verpackt: Eigentlich sollte die Sanierung der Ratssaal-Fassade fünf Monate dauern. Dann gab's Probleme mit Fenstern. Folge: Nach einem Jahr sind die Arbeiten nicht fertig. Ein Ende ist jetzt in Sicht.

Auch ein Jahr nach Beginn der Sanierungsarbeiten ist der Ratssaal noch immer hinter Bauplanen verhüllt. Der Einbau des Fensterbandes ist komplizierter als gedacht. Die Verwaltung hofft, dass bis Ende des Monats alles fertig ist.  Foto:  Malz
Auch ein Jahr nach Beginn der Sanierungsarbeiten ist der Ratssaal noch immer hinter Bauplanen verhüllt. Der Einbau des Fensterbandes ist komplizierter als gedacht. Die Verwaltung hofft, dass bis Ende des Monats alles fertig ist. Foto: Malz

Kaum zu fassen: Vor einem Jahr haben im Rahmen der umfangreichen, acht Millionen Euro teuren Fassaden- und Asbestsanierung der Stadtverwaltung die Arbeiten am Ratssaal begonnen. Eigentlich sollte nach fünf Monaten alles fertig sein. Doch noch immer stehen im Innenhof die Gerüste. Der Ratssaal ist zur gefühlten "ewigen Baustelle" geworden.

Doch ein Ende ist in Sicht. Davon jedenfalls ist Dezernent Paul-Georg Fritz überzeugt. "Noch in diesem Monat werden die speziell angefertigten Fassadenteile montiert, so dass die Sanierungsarbeiten am Rathaus, am Centrum und der VHS nach gut zweieinhalb Jahren endgültig beendet sein werden", erklärt Fritz. Hauptgrund für die Verzögerungen waren Probleme mit dem "Fensterband" des Ratssaals.

Info

Im Kostenrahmen

Trotz der Zeitverzögerungen wird die Fassadensanierung nicht teurer als bislang bekannt.

Schon Ende 2010 zeichnete sich ab, dass die Kosten von 7,6 auf acht Millionen steigen werden.

2,3 Millionen Euro stammen aus dem Konjunkturpaket II, den Rest der Summe muss die Stadt selbst zahlen.

Ausschreibung Schon bei der Ausschreibung kam's zur ersten Verzögerung. Denn keine der acht angeschriebenen Firmen aus der Region hatte auf die Bitte der Stadt ein Gebot abgegeben. "Zu kompliziert", hieß es. Denn die Anforderungen waren gewaltig: Innen mussten die Fenster aus Holz, außen aus Metall sein. Zudem musste jedes Fenster individuell ausgemessen und maßgefertigt werden. Erst auf Nachfrage nahm eine Voerder Firma den Auftrag an.

Fehlende Unterkonstruktion Bei den Arbeiten stellten die Handwerker fest, dass die Fenster in den 70er Jahren ohne Fugendämmschicht eingebaut wurden. Bei einem Ölpreis von sieben Pfennig pro Liter war Energiesparen kein Thema. Um den heutigen Ansprüchen gerecht zu werden, musste nun extra eine Unterkonstruktion angefertigt werden, was wiederum den Zeitplan durcheinanderbrachte.

Neue Planung Nötig Als dann die Fenster eingebaut waren, stellte man fest, dass die verbleibende Rahmenfläche kleiner war als gedacht. Also musste alles neu ausgemessen und geplant werden. Auch bei der Produktion der Aluminiumteile kam es zu Verzögerungen. Fast täglich rechnet man nun im Rathaus damit, dass das Material geliefert wird und mit der Installation begonnen werden kann.

"Die Firma hat uns schon signalisiert, dass sie so einen Auftrag nicht nochmals annehmen würde", sagt Fritz. Er hofft, dass die Arbeiten am Ratssaal zeitgleich mit den aktuell laufenden Dichtungsarbeiten an den Attikaabdeckungen im Dachbereich beendet sein werden. "Dann kann Frau Timmreck als Nachfolgerin von Gebäudeservice-Teamleiterin Anne Gerlach das Ende der Arbeiten verkünden. Den Erfolg gönne ich ihr."

Quelle: RP/rl


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