Kreis Wesel: Roter Wahlkreis soll Weiss werden
zuletzt aktualisiert: 07.11.2008Kreis Wesel (RPO). Sabine Weiss hat gestern Abend in Wesel nach einer kämpferischen, souveränen Rede die Kreis-CDU überzeugt, die passende Nachfolgerin für die renommierte Bundestagsabgeordnete Ilse Falk (Xanten) zu sein.
Mit 107 Ja- zu 14 Nein-Stimmen startet die Dinslakener Bürgermeisterin mit viel Rückenwind in den Wahlkampf 2009. Die 88-prozentige Zustimmung war weniger als erwartet. Möglicherweise kostete ihr Missstimmung über das Auswahlverfahren Stimmen. Hünxes Fraktionschef Eduard Strych kritisierte, dass der Name der Kandidatin öffentlich wurde, ohne dass die Ortsparteien mit auf Entscheidungsreise genommen worden waren.
Weiss präsentierte sich als taffe, ehrliche, selbstbewusste Frau, politisch sozial engagiert, basisnah an den Menschen, mittelstandsfreundlich, Anhängerin der sozialen Marktwirtschaft. „Ich will als Person überzeugen, ich will einen unkonventionellen, menschlichen Wahlkampf machen“, sagte die 50-jährige Juristin. Politisch harte Töne blieben aus. Sie habe 1999 in der SPD-Hochburg Dinslaken sensationell die Bürgermeister-Wahl gewonnen, den Sieg fünf Jahre später wiederholt. „Aus Rot wurde Weiss, ich weiß, wie das geht. Mit Ehrlichkeit und Transparenz“, rief sie aus. Politisch will sie in Berlin dem Wahlkreis gewichtige Stimme geben, ebenso „Anwältin für die Schwächeren“ sein als auch niederrheinische Belange wie die Betuwe-Linie wirksam vertreten.
Mit einem Bekenntnis zu Bundeskanzlerin Angela Merkel verband sie die Erwartung, dass die CDU die Bundestagswahl 2009 gewinnen werde. Im Wahlkreis 114 (Alpen, Hamminkeln, Hünxe, Kamp-Lintfort, Rheinberg, Schermbeck, Sonsbeck, Voerde, Wesel und Xanten) trifft Weiss auf Dr. Ulrich Krüger (SPD). Gegen den Platzhirsch und finanzpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion rechnet sich Neuling Sabine Weiss gute Chancen aus.
Kein bisschen bescheiden gab sie das „klare Ziel vor, den Wahlkreis direkt zu holen“. Zwei Mal habe sie die SPD in Dinslaken verdrängt, ein drittes Mal wolle das nun bei einer Bundestagswahl tun. Die Bedingungen sind anders als bei der Wahl 2004. Denn mit dem Antreten der Linken wird der gewohnte Durchmarsch der SPD unsicher.
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