Kreis Wesel: Rückschritt: Unfälle mit Kindern haben wieder zugenommen
VON BERNFRIED PAUS - zuletzt aktualisiert: 18.02.2010Kreis Wesel (RPO). 18 Menschen sind im vorigen Jahr bei Unfällen auf den Straßen im Kreis Wesel getötet worden – drei mehr als ein Jahr davor. Da hatte die Zahl der verstorbenen Unfallopfer ihren bisherigen Tiefststand erreicht. Den Trend zu weniger Todesfällen im Straßenverkehr sieht Landrat Dr. Ansgar Müller trotz des leichten Anstiegs nicht durchbrochen. "Für uns zeigt sich, dass passive Sicherheit durch technische Vorkehrungen in den Autos greift", sagte Dr. Müller als Polizeichef gestern bei der Analyse des Unfallgeschehens auf dem 3000 Kilometer langen Straßennetz im Kreis Wesel in 2009. Dabei will die Polizei nicht nur an der technischen Schraube drehen, die Straßen sicherer zu machen.
Insgesamt ist die Zahl der Unfälle in den zurückliegenden zwölf Monaten leicht auf 1316 (1,6 Prozent) gestiegen. Im Landesschnitt sieht's bei der Unfallhäufigkeit für den ländlichen Raum weiter günstig aus – relativ. Während die Zahl der schwer verletzten Personen (332) um rund 3,5 Prozent zurückging, kletterte die der Leichtverletzten (1691) um 1,4 Prozent. Als kritische Altergruppen haben sich dabei erneut die Senioren und die jungen Autofahrer erwiesen.
Sorgen bereitet den Experten, dass es nach erfolgreichen Anstrengungen in den Vorjahren nun wieder einen erkennbaren Rückschritt bei Unfällen mit Kindern gab. Besonders gefährdet sind Kinder, die mit dem Rad unterwegs sind. Von den 206 jungen Menschen, die verletzt worden sind, waren 126 auf zwei Rädern unterwegs.
Dafür dass der Kreis bei der Sicherheit für radelnde Kindern im Landesvergleich weit hinterherfährt, fehlt den Verantwortlichen eine stichhaltige Erklärung. Doch es habe sich gezeigt, dass sich Kräfteabzug weg vom Schulweg hin zu anderen polizeilichen Aufgaben negativ ausgewirkt habe. Daher will die Polizei an Schulen im laufenden Jahr wieder "deutlich mehr Präsenz" zeigen, um aufzuklären aber auch um Denkzettel zu verteilen.
Erfolge bei Motorradfahrern
Auch bei den verunglückten Senioren liegt der Kreis Wesel landesweit ein gutes Stück von der Spitze entfernt. Zwar nahm die Zahl der Unfälle, an denen Personen über 65 Jahren beteiligt waren, leicht ab. Doch fünf Unfalltote (plus drei) sind Anlass genug, auch die Zielgruppe der älteren Verkehrsteilnehmer verstärkt in den Blick zu nehmen. Dass gezielte Polizeiarbeit wirkt, lässt sich an den Motorradunfällen ablesen. Hier machte die Erhebung einen spürbaren Satz nach vorn (minus drei Prozent). Dennoch sind fünf (6) getötete Motorradfahrer kein Grund, in den Bemühungen nachzulassen.
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